Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-257791
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-259649
l52 
VII. 
Buch 
Abschnitt. 
weder für den einen noch für den anderen Fall zweckmäßig 
und verrathen einen schwachen Augenblick des schlesischen Haupt: 
quartiers. General Saoken wurde angewiesen, am 10. bei 
Montmirail stehen zu bleiben und die feindlichen Bewegungen 
von Sezanne her zu beobachten; wenn von dort her nichts zu 
besorgen, solle er seinen Marsch nach Les Ferte:sous:Jouarre 
fortsetzen. Zum General Olsuwief wurde ein Offizier gesandt, 
der hier so lange bleiben sollte, bis er sich völlig über den 
Feind aufgeklärt habe. Um 7 Uhr Abends ging dann der 
Feldmarschall mit seinem Hauptquartier nach Vertus zurück, wo 
er in der Nacht ankam. Von hier wurde an Yorck unter Mit: 
theilung des Vorgefallenen der Befehl gesandt, nach Vieux 
M.aison westlich von Montmirail zu marschiren, um Sacken bei 
seinem Vorrücken auf La Ferte:sous:Jouarre Hülfe leisten zu 
können.  
In Folge weiter ergangener Meldungen sah der Feld: 
marschall am 10. Februar früh in Vertus einen Theil seines 
Jrrthums ein, aber noch. immer glaubte er, die über Sezanne 
heranmarschirenden feindlichen Streitkräfte seien nicht die Haupt: 
masse des französischen Heeres. Er kam nun auf die Idee, 
diesen in die Seite zu marschiren, um sie aufzuhalten, und be: 
fahl den Corps von Kleift und Kapczewitsch, sich links ab auf 
F3:re Champenoise zu richten. Die Truppen waren,auf dem 
Marsch, als dann endlich durch neue Meldungen jeder Zweifel 
schwand und es nur zu gewiß war, daß der französische Kaiser 
sich mitten zwischen seine getrennten Heertheile werfen würde. 
Es wäre wahrscheinlich noch jetzt möglich gewesen, mit den Corps 
von Kleist und Kapczewitsch, die auch durch diesen Marsch 
Champaubert um eine Meile näher gekommen waren, so früh 
bei diesem Ort anzulangen, um, mit Olsuwief vereint und 
20,000 Mann stark, so lange Stand zu halten, bis Sacken und 
vielleicht auch Yorck zu Hülfe gekommen; aber man ließ auch 
diese Möglichkeit vorübergehen, und der Feldmarschall befahl 
eine Vereinigung des Heeres rückwärts bei Vertus. Um hieher 
zu gelangen, mußte das Corps von Sacken fünf, das von Yoxkk 
über sieben Meilen rückwärts zurücklegen und beide. mußten in 
die Marschrichtung Napoleon7s kommen, der ihnen dies mit An: 
WEUd1Mg aller Kraft verwehren konnte. General Yorck machte 
Vorstellungen, es blieb aber bei der Vereinzelung des Heeres 
in vier Haufen, was für die Absicht Napoleonls nicht günstiger 
sein konnte.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.