Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-252534
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Buch 
Abschnitt. 
waren in der Kindheit, doch hatte der Seehcmdel in den Küsten; 
orten einen behaglichen Zustand verbreitet. Nun kam der un: 
glückliche Krieg, der alles Gedeihen vollständig knickte. Die Er: 
nährung und Vekleidung so vieler tausend Feinde und auf so 
 lange Zeit, die beständigen Lieferungen nnd Fuhren, die Be: 
zahlung einer Kriegssteuer von 32 Millionen Thalern und die 
gänzliche Stockung von Handel und Wandel vernichteten schnell 
den begonnenen Wohlstand. Besonders wurde die Provinz 
Preußen hart mitgenommen, die am längsten Kriegsschauplat;. 
war, wo die Rassen als Verbündete der Preußen gekämpft hat: 
ten. Damals standen auf dem Boden zwischen der Weichfel 
und Memel zwei Heere von 126000 und 163000 Mann 7 
Monate hindurch gegen einander. Die Hauptschlachten von 
Preuszifch:Eylau, Heilsberg und Friedland nebst 14 Gefechten, 
wurden auf diesem kleinen Raume geschlagen. VI Nach dem 
Tilßter Frieden aber blieben bis zur Zahlung der ersten Quote 
der großen Kriegssteuer 200,000 Franzosen 14 Monate hindurch 
im Lande, und größtentheils in der Provinz Preußen, die auf 
Kosten der Einwohner lebten und sich gütlich thaten. Die Folge 
davon war Verarmung und theilweise völlige Verödung der 
Provinz. Jm Jahre 1809 fand man noch im Ermelande an 
der Alle und Passarge Ortschaften, wo nicht ein einziges Ge: 
bäude wieder aufgeführt, die Dorfstellen mit hohem Grase be: 
wachsen, die ganze Feldmark seit drei Jahren unbestellt, und 
mehr als drei Viertheile der Einwohner ausgeftorben oder we: 
gen Hungersnoth fortgezogen waren. Drei Viertheile der Land: 
guter erlagen im Jahre 1810 der erfolglosen Sequestration der 
Landschaft. Die Landstädte aber waren großentheils in derselben 
Lage oder eingeäschert. Ueberbaupt hatte sich die Volkszahl in 
der Provinz im Jahre 1807 um den fünften Theil vermindert.HJ 
War die Provinz Preußen allerdings am übelsten weggekomnien, 
so hatten auch die übrigen schwere Noth erlitten. In dem ohne; 
hin armen und nicht fruchtbaren Pommern hatte die Belagerung 
von Colberg in weiterer Umgegend viele Opfer gekostet, mußte 
für die Besat3ung von Stettin unaufhörlich geliefert werden, 
hatten zahlreiche Truppenmassen das Land durchzogen. Aehnlich 
litten die Provinzen Brandenburgiund Schlesien, nur daß die 
letztere wegen ihrer Fruchtbarkeit die meisten Hülfsmittel besaß. 
Das Uebel wurde im Jahre 1811 durch einen sehr fühlbaren, 
fast. allgemeinen Mißwachs erhöht. Zu diesem Allem kam nun 
Beiheft zum Militair:Wochenblatt 1846. S. 1. 
Beiheftsznm Militair:Woehenblatt S. I u. 2.
        

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