Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-252314
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Abschnitt. 
Herbststürmen überfallen, auf der Ostsee, die Gelegenheit absehend, 
wo sie in einen Hafen ihre Ladung einschmuggeln konnten, und 
waren jetzt aus Noth gezwungen, einen Zufluchtsort zu suchen. 
Napoleon nöthigte den König, ihnen seine Hafen zu öffnen, ihre 
Ladungen in Beschlag zu nehmen und sie an Frankreich auf Ab: 
schlag der Kriegssteuer zu überlassen. Ein beträchtlicher Theil 
kam preußisahen Kaufleuten zu Gute; ein größerer Theil ward 
den Franzosen übergeben, wodurch freilich 8 Millionen Thaler 
an der Kriegssteuer abbezahlt wurden. 
Wir haben hier eine lange Stufenleiter schwerer Leiden 
Preußens dargestellt, woraus ersichtlich ist, daß von allen Län: 
dern Deutschlands die Pein des französischen Drucks bei Preu: 
ßen am größten war, so daß es diesen nicht lange mehr ertragen 
konnte, ohne ganz zu. Grunde zu gehen. Nothwendig mußte 
dabei die Erbitterung und der Haß gegen Frankreich sich fort: 
während steigern. Wir haben aber auch gezeigt, wie die Re: 
gierung auf höchst einsichtige und kräftige Weise rastlos bemüht 
war, mitten unter Sturm und Drang an der Wiedergeburt des 
Staates zu arbeiten, wie dies durch Belebung und Anerkennung 
der Volkselemente geschah und wie Regierung und Volk sich voll: 
ständig identifieirten. In solcher Lage und bei solchen Bestre: 
bringen entflieht der selbstsüchtige Troß der Höflinge, der 
Schmeichler, der Glücksritter, und nur die Edelsten und Besten, 
die wahren Männer und P.atrioten, treten hervor. Zu keiner 
Zeit hat Preußen so geniale und vortreffliGe Staatsmänner, 
so tüchtige Beamte jeder Art gehabt. Ihnen ist es zuzuschreiben, 
so wie dem würdigen Könige, daß das Schiff des Staats sicher 
durch Klippen und Brandung geleitet worden ist. 
Napoleon kannte die ihm feindselige Stimmung in Preußen. 
Er fühlte, wie ihm der König abgeneigt sei. Er wußte, daß 
Preußen die erste nur mögliche Gelegenheit wahrnehmen werde, 
sich seiner Macht zu entziehen. Im Jahr 1809 war kaum ver: 
hindert worden, daß es gemeinschaftliche Sache mit Oesterreich 
machte. Auch die fortwährende, beharrliche Weigerung des  
nigs, dem Rheinbunde beizutreten, ließ keinen Zweifel über seine 
Gesinnungen. Jetzt bereitete der Imperator die größte Unter: 
nehmung seines Lebens vor, wobei die thätige Mitwirkung Preis: 
ßens unerläßlich war und wovon bald die Rede sein wird, Hier, 
bei mißtraute er diesem am meisten,. als wenn er ahnte, daß 
ihm von daher einst Böses bereitet werden würde. Er bereute, 
daß er den König nicht ohnmächtiger gemacht, und er soll mehr 
als einmal ansgerufen haben: Jst es möglich, daß ich diesem 
Manne noch so viel Land gelassen habeI1t Um seinen Fehler
        

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