Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-252280
Reformen. 
HardenbergIs 
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Auch im folgenden Jahr festen sich diese Reformen noch 
fort. Da der Verkauf der Krongiiter sehr langsam gi7Ig, so 
wurde durch ein Gesetz vom 16.sMärz 1811 die Ablösung 
des: Domanial:Abgaben sehr erleichtert, um nur baares Geld zu 
erhalten.  
Diese Gesetze, welche fast alles Bisherige einrissen, um neu 
ZU. bauen, erzeugten, ungeachtet ihrer Vortrefflichkeit, Vielfache, 
seht lebhafte Unzufriedenheit. Im Ganzen forderte man mehr 
VPn dem Lande als sonst, aber in niilderen Formen. Viele, 
TM Einzelne sehr einträgliche Zwangsrechte wurden aufgehoben; 
Jeder war besteuert, alles Alte verändert. Hier und da kam es 
selbst zu kleinen Aufständen, so daß das Militair zu Hülfe ge: 
Wien werden mußte.  
Um dem Lande den ganzen status quo vorzulegen, Verab: 
VSdungen zur Abhülfe zu treffen, überhaupt den guten Willen 
der Einwohner möglichst zu erhalten und zu erwerben, wurden 
Abgeordnete aller Provinzen nach Berlin berufen und die Ver: 
sammlung am 23. Februar 1811 vom Staatskanzler eröffnet. 
DiEser suchte die Stände von der Nützlichkeit der erlassenen Ge: 
sehe zu überzeugen und verhieß für künftig feierlich eine 
pöllige Repräsentation des Landes. Es gelang ihm, 
TM Allgemeinen das gute Vernehmen herzustellen. Am meisten 
und engherzigsten sträubte sich der Ritterstand gegen die Be: 
Feuerung; er weigerte sich vielfach, das Geforderte zu leisten, 
St hinderte manches Gute. In der Hauptsache ließ man sich 
Indessen nicht irre machen und schritt selbst mit Strenge ein. 
Auch gingen der König und sein Staatskanzler auf der 
Bahn der Reformen noch weiter. Es kam daraus an,. einen 
freien grundbesitzenden Bauernstand zu schaffen und Geme:nhects: 
theilungen anzuordnen und zu begünstigen, wodurch die Eultur 
des Landes unendlich vermehrt und der Staatsreichthum gehoben 
Werden mußte. Der Bauer war seit beinahe drei Jahren zwar 
Zucht mehr leibeigen, aber das war noch nicht viel, wenn man 
Ihm nicht auch Grundbesitz verschaffte. Jetzt in diesem Sturm 
der Zeit oder niemals war die Gelegenheit, eine Maßregel, die 
Allerdings die bisherigen Rechte der Gutsherren verletzte, anzu: 
bCfehlen und durchzuführen. Es erschien das berühmte Gesetz 
Vom 14. September 1811, betreffend die Negulirung der guts: 
herrlichen und bäuerlichen Verhältnisse und das mit demselben 
M der genauesten Verbindung stehende Landesculturedict von 
demselben Tage. Das Wesentliche war: es wurde dem Guts: 
Herrn untersagt Cwie dies auch schon durch srühereGeset3e von 
Friedrich dem Großen her bestimmt warJ, Bauernhöfe zu seinem
        

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