Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-257223
Schwarzenberg. 
Fürst 
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Fürsten dieses Namens in Böhmen, der zu den ersten Magnaten 
des österreichischen Kaiserstaates gehörte. 
Fürst SchwarzenbergTJ war als deutscher Feldmarschall 
noch sehr jung, nämlich 42 Jahre alt, also in der besten Kraft 
seines Lebens. Von Jugend auf Soldat, hatte er anfangs bei 
der Jnfanterie, später bei der Reiterei unter den Feldmarschällen 
Lach und Laudon in Ungarn seine Schule gemacht und sich bei 
mehreren Gelegenheiten ausgezeichnet. Durch Tüchtigkeit, noch 
mehr aber durch hohe Verbindungen im Alter von 21 Jahren 
schon Major, machte er die Rheinfeldzüget von 1792 an mit, 
nahm an den Schlachten von Jemappes, Neerwinden und Fleu: 
rus Theil, zeichnete sich durch rühmliche Streifzüge und manche 
andere tapfere That aus und war beim. Schluß dieser Feldzüge 
bereits Oberst. Jus Heere des Erzherzogs Carl 1796 und 1799 
kämpsend, stieg er 1800 zum Feldmarschall:Lieutenant auf. Er 
hatte sich geschickt aus der Verwirrung von Hohenlinden 1.800 mit 
seinen Truppen gezogen, aus Ulm 1805 bei der Niederlage von 
Mark unter dem Erzherzog Ferdinand die Reiterei gerettet und 
darauf den Muth gehabt, die Schlacht von Austerlitz unter den 
gegebenen Umständen vorauszusagen. 1809 hatte er in der 
Schlacht von Wagram mitgesochten, und bei Znaym mit der 
Reserve so kräftigen Widerstand geleistet, daß seine Ernennung 
zum General der Cavallerie erfolgt war. 
Schon seit 1801 war der Fürst abwechselnd zu diplomati: 
schen Sendungen gebraucht worden; Jm Jahre 1809 aber war 
er gänzlich vom Heere entfernt, und österreichischer Botschafter 
in Paris, wo Napoleon, der damals mit Oesterreich in freund: 
schaftlichem Vernehmen stand, ihn lieb gewann und mit Aus: 
zeichnungen überhäufte. 
Schwarzenberg hatte hinlänglich Zeit und Gelegenheit ge: 
habt, kriegerische Erfahrungen zu sammeln, er hatte auch ganz 
achtbare Thaten auszuweisen; allein er war bis zum Ausbruch 
des russischen Krieges als Feldherr dem größeren Publikum so gut 
wie unbekannt, denn .er hatte nie einen unabhängigen Befehl ge: 
führt und keine That verrichtet, die der Masse in die Augen fällt. 
Ueberhaupt war er durch diplomatische Sendungen, und da er zu: 
letzt von 1809 bis 1812 Botschafter in Paris war, dem österreichi: 
schen Heere viele Jahre entfremdet und konnte keinen Anspruch 
Ts.HssssD 
VI Denkwürdigke1ten aus dem Leben des Feldmarschalls Fürsten 
Carl zu Schwarzenberg Von Anton Prokesch, Oberlieutenant im kaiserl. 
österreichischen General:Qucn:t1ermeisterstabe.  Ein Auszug davon im 
Militair:Wochenblatt. Jahrgang 1822, S. 2355. 
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