Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-256869
Prag. 
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Friedenscongreß 
NapoleonDs 
Erwägungen. 
51l 
den Trümmern der Republik die Monarchie errichtet, und das 
junge Frankreich den alten Monarchien genähert, er hatte, wie 
er sich ausdrückte, die Könige wieder zu Ehren gebracht, indem 
er selbst Monarch geworden. Er allein verstand die noch immer 
nicht eingeschläferten revolutionairen Elemente im Zaum zu hal: 
ten. Nahm man ihn weg, so klaffte der Schlund von Neuem 
auf.  Ferner konnte er sich besonders von Oesterreich nicht 
denken, daß es in dessen Absicht liegen könne, ihn ganz zu de: 
müthigen, oder gar vom Thron zu stoßen. Er hegte zwar gleich 
anfangs Mißtrauen gegen dasselbe, glaubte, daß es von der 
unglücklichen Lage, in welcher er CNapoleonJ sich befand, Ge: 
winn zu ziehen suchen werde, aber er konnte sich doch nicht 
überreden, daß sein Schwiegervater ihn stürzen würde, um an 
feiner Statt Ruszland groß zu machen.  Auch Preußen 
konnte  wie er meinte  ein für seine Unabhängigkeit, ja 
für sein Bestehen nöthiges Gegengewicht in Frankreich nicht 
ganz vernichten lassen wollen.  Vom Rheinbunde gab er 
zu, daß er wohl Grund haben könne, sich über ihn zu beklagen, 
aber er glaubte nicht, daß er deshalb geneigt sein werde, sich 
wieder unter die Oberherrschaft von Preußen und Oesterreich zu 
begeben.  So setzte er zwar bei seinen Feinden vielen Haß 
und schlechte Laune, bei seinen Verbündeten Uebelwollen voraus, 
aber er konnte weder den Einen, noch den Anderen den Wunsch 
zutrauen, ihn gänzlich zu vernichten, so sehr hielt er sich noth: 
wendig für Alle.  Dem allgemeinen See: und Continental: 
frieden, welchen sein eigenes Land so sehnlich wünschte, war er 
bereit, große Opfer zu bringen, und er hoffte, daß die Ver: 
handlungen in Prag bei der Gewandtheit der französischen Diplo: 
matie und bei manchen günstigen Chancen noch zu einem leid: 
lichen Resultate führen würden. 
Zum Heile von Deutschland war diese Rechnung falsch, so 
sehr sie auch im eigenen absoluten Jnteresse der Dynastien be: 
gründet sein mochte. Sie ließ mehrere sehr wesentliche Data 
aus. Wir haben schon mehrmals bemerkt, wie Napoleon sich 
sehr irrte, wenn er sich den alten Dynastien als gleichstehend 
dachte. Dem Emporkömmling aus einer verhaßten Revolution 
konnten die alten Herrscher die unerhörten Demüthigungen, die 
sie von ihm eVdUkdet, nicht vergeben. Sie bedienten sich zwar 
jetzt des Volkselements, der Demokratie, gegen ihn, aber im 
Vertrauen auf ihr langes Bestehen und ihr historisches Recht, 
km Vertrauen auf den Beistand ihrer Aristokratie und Büreau: 
kratie hofften sie diesen Geist schon wieder bannen zu können. 
I Nicht minder irrte Napoleon, indem er zu sehr auf das
        

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