Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-256605
Preußen und 
sich 
verbünden 
Rußland 
485 
England. 
mit 
bloß das nackte Versprechen der Wiederherstellung wie vor 1806; 
wenn nun aber nicht so viel Land erobert und ein nachtheiliger 
Frieden geschlossen wurde, sosmußte Preußen nothwendig der 
Verlierende Theil Werden, da es  gar nichts PositiVes aus: 
bedungen hatte. 
Am fvIgSUdeU Tags, den 15. Juni, wurde mit Rußland 
abgeschlossen. England verpflichtete sich, an Russland im Laufe 
des Jahres die Summe Von 1,333,333 Pfund Sterling oder 
9 Millionen Thaler zum Unterhalt von 160,000 Mann zu 
zahlen, und es scheint nicht, daß Russland, außer der nachdrück: 
lichen Fortsetzung des Kampfes, Gefälligkeiten und Abtretungen 
einzugehen hatte.7iJ  
Preußen, welches mehr als die dreifache Zahl der Truppen 
stellte, die es versprochen, ja noch mehr als Russland oder Oester: 
reich, mußte also für die Hälfte der Summe, welche Russland 
und später auch Oesterreich erhielt, bedeutende Abtretungen an 
England versprechen, während Russland und Oesterreich gar nichts 
abtraten. In der That, man muß erstaunen über die hohe 
Bescheidenheit und seltene Nachgiebigkeit der preußischen Staats: 
männer. Kaum wehrten sie noch die Forderung des Fürsten: 
thums Minden und der Grassc;aft Navensberg ab, welche die 
englischen Unterhändler die unerhörte Dreistigkeit hatten, für ihr 
Geld zu beanspruchen. 
Der Particularismus hat in Deutschland immer die schlimm: 
sten Dinge angerichtet, und wird noch lange der Feind des ge: 
sammten Vaterlandes bleiben. So zeigte sich denn der englisch: 
hannöversche Minister, Graf Münster, durch dessen Hand in 
England die deutschen Angelegenheiten geleitet wurden, im hohen 
Grade partheiisch für sein engeres Heimathland Hannover. Als 
Deutscher höchst undeutsch, als starrer Aristokrat der guten alten 
Zeit beschränkt und kurzsichtig, hat dieser Mann mit allen Kräf: 
ten gestrebt, dem regierenden Hause von England eine große 
Vesitzung in Deutschland zu erwerben, und darum Preußen in 
allen Bestrebungen niederzuhalten, ohne zu Bedenken, in welche 
Abhängigkeit dann Deutschland von England gerieth.MJ Er 
D Castlereaghss Denkschristen lI1. 275, 276. 
W Zufolge Ca1tlereaghls Denkschriften III. 239 trachtete Graf Miin: 
ster eifrig darnach, Oesterreich als prädominirende Macht Deutschlands 
auf Kosten Preuszens hmzustel1en. Castlereagh erkennt den Antagonis: 
mus zwischen Preußen nnd Oefterreich allerdings als ern Uebel, aber 
man bedürfe PreUßeIIs Mk ZU sehr. Für das Versprechen von Seiten 
Englands, sofern die Erfolge der verbündeten Heere es gestatten würden, 
Preußen wieder bis zu derselben statistischen nnd geographischen Stärke
        

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