Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-256494
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Wenn in der Note von Schwarzenberg der Vermittler 
durchblickte, so war in einer anderen des österreichischen Bot: 
sschafters in Paris, Grafen Bubna, der Wunsch einer Modisi: 
cation des Bündnisses ausgedrückt. ,,Sein Hof habe in Wahr: 
heit gemeint, daß die kriegerischen Folgen, welche aus dem 
Bündnis; hervorgingen, im jetzigen Moment wohl einiger Be: 
schränkung fähig wären; aber es habe nicht in seiner Absicht 
liegen können, sie anders als durch Vertrag zu erhalten. Er 
sei ermächtigt, zu erklären, daß der Wiener Hof geneigt wäre, 
einen Art anzunehmen, der, indem er anerkennt, daß das Bund: 
niß von Paris nicht aufgehört habe, beide Mächte zu verbin: 
den, diejenigen Vorbehalte festsetzte, welche nicht mehr den jetzt: 
gen Umständen gemäß wären.ss 
Man sieht, das Wiener Cabinet schwankte. Wenn es nur 
von dem Bündnisse, so wie es unter damaligen Verhältnissen 
geschlossen worden war, loskommen und, den veränderten Zu: 
ständen gemäß, bessere Bedingungen und einen guten Lohn er: 
halten konnte, so war es wohl geneigt, bei dem französischen 
Bündnisse zu bleiben. Ueberhaupt war Oesterreich jetzt noch 
weit davon entfernt, mit Waffengewalt austreten zu wollen. 
Napoleon war seit dem 17. April in Mainz, seine Heere waren 
fast versammelt, und er war im Begriff, den Feldzug zu eröff: 
neu. Die eigenen Rüstungen waren lange nicht beendet, die 
alte Furcht, dem Gewaltigen auf dem Schlachtfelde zu begeg: 
neu, kehrte zurück. 
Diese für Napoleon im Allgemeinen günstigen Verhältnisse 
wurden durch die Meldungen Narbonne7s aus Wien gestört. 
Narbonne hatte erfahren, was er erfahren wollte, der österrei: 
chische Hof sah sich durchschaut und die Stellung des Botschaf: 
ters hatte sich wesentlich geändert. Metternich, von Narbonne 
gedrängt, sah sich genöthigt, mit seiner wahren Gesinnung 
etwas mehr hervorzutreten. Seine Erklärung vom 26. April 
an Narbonne lautete sehr verschieden von seinen früheren. ,,Wenn 
die Rückkehr des Friedens die Bemühungen des Kaisers Franz 
nicht krönen sollte, könne er in Folge seiner Stellung als  
wafsneter VermittlerH und in Folge der geographischen 
Lage Oesterreichs nicht mehr als bloße Hülfsmacht am 
Kriege Theil nehmen, und es hätten demnach die Bedingungen 
des beschränkten Beistandes in dem Bündniß vom 14. März 
1812 aufgehört, auf die gegenwärtige Verkettung der Umstände 
anwendbar zu sein.  Obschon der Kaiser weit entfernt sei, 
zu glauben, diese Entschließung könne etwa als Abfall von 
dem Bündnis; beider Kaiserhöfe angesehen werden, so halte der 
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