Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-256429
Politische Doppelrolle 
Oesterreichs 
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Frieden zu dictiren. Möge er nur Oesterreich unbedingt 
vertrauen u. s. w. 
Als der Abfall Yorckls bekannt wurde, der das erste Zei: 
then des beginnenden Rückschlages war, kamen noch viel stärkere 
heuchlerische Versicherungen Metternich7s hinzu: ,,Oesterreich suche 
das preuszische Cabinet über den Abfall seines Generals zu 
trösten und es zu er1nahnen, ja nicht von dem französischen 
System abzuweichen.  England biete 10 Millionen Pfund 
Sterling Subsidien, Oesterreich habe solche, trotz der Zerrüttung 
seiner Finanzen, mit Verachtung von sich gewiesen.U Eben so 
mußte der österreichische Botschafter in Paris, Gras Bubna, im: 
mersort von der dauernden Festigkeit des Bundes der beiden 
Kaiser Franz und Napoleon sprechen. ,,Bis jet:2tU, sagte Graf 
Metternich zu Gras Otto in Wien, ,,ist der Krieg gar nicht 
österreichisch; wenn er es in der Folge wird, so werden wir die 
Russen nicht mit 30,000 Mann Cdem bisherigen österreichischen 
ContingentJ, sondern mit allen Kräften der Monarchie angrei: 
fen.U  In Bezug aus England gab sich Graf Metternich das 
Ansehen, als ob es Napoleon nicht anständig und genehm sein 
könnte, mit dieser Macht, mit welcher er in der bittersten Feind: 
fchast lebte, direct zu unterhandeln. Hier wolle Oesterreich die 
Verantwortlichkeit der Unterhandlung übernehmen. Jnständig 
bitte der Kaiser Franz Napoleon, die höchst großmüthigen Grund: 
lagen eines Friedens nicht bekannt werden zu lassen, welche er 
lNapoleonJ vorschlagen wolle. Alles, was man von Frankreich 
begehre, sei, daß es die größten Vorbereitungen zu einem neuen 
Feldzuge treffen möchte Tals wenn dies Napoleon nicht von 
selbst im höchsten Maasse thun würdeJ. 
Der russische Abgesandte, Graf Stackelberg, war indeß in 
Wien angekommen, um ein Bündnis; Nußlands mit Oesterreich 
abzuschließensH, oder einen allgemeinen europäischen Frieden 
einzuleiten, woraus zu ersehen ist, daß Alexander selbst noch 
über die Fortführung des Krieges sehr zweifelhaft war. Graf 
Metternich trieb die Verstellung so weit, daß er dem Grafen 
Stackelberg in Gegenwart des französischen Botschafters aus: 
einandersek5tST ,,fVie Oesterreich durch seinen eigenen Vortheil be: 
stimmt würde, bei dem französischen Bündnis; zu VeVhAMUs 
Das System des Kaisers Franz ist unerschütterlich, und, 
weit entfernt, Vergrößerungen zu suchen, die durch einen einzi: 
L 
VI Zufolge CastlereaghIs Denkw. III. 278 hatte Graf Stackelberg 
den Auftrag, Oesterreich als Preis des Bündnisses die Wiedereroberung 
aller Verlornen Provinzen und die deutsche Kaiserkrone anzubieten. 
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