Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-255706
WOffenstircstand. 
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stillstandes.VJ Ein Blick auf die Landkarte damaliger Zeit, wo 
das Königreich Sachsen bis nahe an den Bober reichte, zeigt, 
daß das französische Heer zufolge der Uebereinkunft nur einen 
unbedeutenden und gerade nicht den fruchtbarsten Theil von 
Schlesien besehen durfte und fast auf Sachsen beschränkt blieb, 
welches, hart vom Kriege mitgenommen, kaum im Stande war, 
so bedeutende Streitmassen während einer so langen Waffenruhe 
zu ernähren. Außerdem hatte Napoleon die wichtige Stadt 
Breslau wieder aus den Händen gegeben. Der Waffenstillstand 
war also schon in dieser Hinsicht für ihn nicht vortheilhaft, und 
feine Nachgiebigkeit beweist nur, wie wir schon oben bemerkten, 
von Neuem, wie sehr es ihm um Waffenruhe und besonders um 
Frieden zu thun war. Eroberungspläne, wie er sie vor einem 
Jahre noch gehabt, mußte er billigerweise aufgeben; es kam jetzt 
nur darauf an, das Eroberte zu bewahren, ja er war sogar 
geneigt, wenn es sein Ansehen nicht verletzte, dem Frieden einige 
Opfer zu bringen. Wenn es ihm dann gelang, ein paar Jahre 
Ruhe zu haben, so konnte er immer wieder so furchtbar dastehen, 
daß die europäische Welt zwischen ihm und dem russischen Koloß 
getheilt war. Er war ohne Zweifel geneigt, sich mit dieser Rolle 
zu begnügen. 
An einem Frieden zweifelte er nicht, und dieser Gedanke 
versetzte ihn in die heiterste Stimmung. Man hörte, wie er in 
Neumark französische und italienische Liederchen sang.MJ Die 
Rückreise nach Dresden, wo er die Zeit des Waffenstillstandes 
verbringen wollte, machte er sehr langsam, wie im tiefsten Fries 
den. Am 5. Juni ging er nur bis Liegnitz, am 6. nur 1IX2 
Meile bis Haynau, am 7. bis Bnnzlau; am 8, bis Görlitz, am 
9. bis Baut3en, und erst den 10. Juni traf er in Dresden ein. 
Wie es seine Gewohnheit war, besichtigte er die Punkte, wo 
größere Gefechte vorgefallen waren. Zur Besichtigung des 
Schlachtfeldes von Baut;.en Verwandte er einen ganzen Tag und 
untersuchte jede Verschanzung, jedes Dorf, jede Höhe und Thal: 
senkung, welche Einfluß auf den Gang des Kampfes gehabt 
hatte. Jn Dresden angekommen, befahl er, auf dem Mont 
Cenis ein großartiges Denkmal aufzurichten, um den Völkern 
von Frankreich und Italien seinen Dank dafür zu bezeugen, daß 
He in drei Monaten so viel streitbare Männer, als zur Verthei: 
digung des Reichs und der Bundesgenossen erforderlich gewesen, 
9estellt hätten, und wies dazu nicht weniger als 15 Millionen 
Umständl:ch in Pkotho 
Obeleben S. 80. 
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Beilagen 
bis 
146 
149.
        

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