Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-255679
392 
111. 
Bachs 
Abschnitt. 
die kostbarsten Dinge enthielten, wurden ein Raub der Flam: 
men. Der Kaiser verließ nun den Ort und begab sich nach 
Neumark, wo er die weiteren Verhandlungen abwartete. 
Mit der Schließung des Wafsenstillstandes hatte es folgende 
Bewandtniß. Der Vorschlag zu demselben war zunächst von 
Oesterreich ausgegangen. Während es ins Lager der Verbün: 
deten den Grafen Stadion sandte, war an Napoleon der Ge: 
neral Graf Bubna nach Dresden abgeschickt worden. Bubna 
kam am 16. Mai dort an und brachte Vorschläge zu einem 
Waffenstillftande im Wesentlichen des Inhalts: Die Heere der 
Verbtindeten sollten sich hinter die Oder, die französischen hinter 
die Elbe zurückziehen, Berlin nur solle eine preußisä;e Vesatg.ung 
erhalten, für die in französischer Gewalt befindlichen Festungen 
solle zur Verpflegung ein Umkreis bestimmt werden, alsdann 
wolle man über einen allgemeinen Frieden verhandeln, wobei 
sich Oesterreich zum Vermittler anböte. Napoleonls Angelegen: 
heiten mit Oesterreich hatten sich seit einiger Zeit sehr verwickelt; 
er glaubte hinlängliche Ursache zu haben, dieser Macht nicht 
trauen zu können; es war daher seine Absicht, sich sobald als 
möglich allein mit dem Kaiser Alexander zu verständigen. Hatte 
er mit diesem seine Angelegenheiten geordnet, so konnte er mit 
Oesterreich leicht fertig werden, und er war geneigt, Alexandergz., 
sehr vortheilhafte Bedingungen vorzuschlagen. Obgleich Napo: 
leon nun wußte, daß Oesterreich, eine Doppelrolle spielend, zu: 
gleich auch einen ihm außerdem noch persönlich verhaszten Ab: 
gesandten ins Lager der Verbündeten gesandt hatte, so bezwang 
er doch seinen Unmuth; eine Annäherung, ein Waffenstillstand 
war ihm ganz recht, und Bubna hatte sich einer.günstigen Auf: 
nahme zu erfreuen. Es geschah dies indessen nur, um Gelegen: 
heit zu haben, mit Rußland direct in Verbindung zu treten. 
Zu diesem Zweck sandte Napoleon am 18. Mai Caulincourt zu 
den russischen Vorposten, um eine Unterredung mit dem russi: 
schen Kaiser zu verlangen, von dem er wußte, daß er diesem 
Abgesandten gewogen war. Coulincourt wurde indes; nicht an: 
genommen, da Alexander ohne Theilnahme seiner Verbündeten 
mit Napoleon nicht unterhandeln wollte. Nach einer Verein, 
barung der verbiindeten Monarchen und ihrer Minister, des 
Grafen Stadion von Seiten Oesterreichs, des englischen Abge2 
sandten Lord Cathcart und des schwedischen Grafen Löwenhjelm 
zu Wurschen erhielt am 20. Mai Coulincourt durch den russi: 
sthM MkNkfteT des Auswättigen, Grafen Nesselrode, zur Ant: 
wort: ,,daß die Vorschläge, mit denen er betraut sein möchte, 
nur durch das Mittel des österreichischen Cabinets empfangen
        

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