Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-255609
des 
Zustände 
französischen Heeres. 
385 
Miit. die Pferde größtentheils unausgeritten, und die angestreng: 
ten Märsche hatten sie matt gemacht. Die Franzosen sind als 
lehr mittelmäßige Reiter und noch schlechtere Pferdewärter be: 
kannt. Jetzt hatte es nun noch an erfahrenen Offizieren und 
Unteroffizieren gefehlt. Die Folge waren grobe Fehler und 
Vernachlässigungen im kleinen Dienste. Der größte Theil der 
Pferde war gedrückt; man konnte, sagt Oberst Odeleben, eine 
neu ankommende Abtheilung auf 100 Schritt weit an dem 
übeln Geruch der gedrückten Rücken oder anderer Wunden er: 
kennen. Eingedenk dieser Mangelhaftigkeit hatte der Kaiser auch 
die Reiterei in diesem Feldzuge wenig benutzt und He war nur 
einmal ernstlich, im Gefecht von Reichenbach, vorgekommen. 
Dagegen hatten die Verbündeten, wie wir bereits öfter zu 
bemerken Veranlassung hatten, Ueberfluß an Reiterei, und dieser 
veranlaßte, eine Menge Streifparthien in den Rücken des fran: 
zösischen Heeres zu senden, die jeden Zuzug unsicher machten und 
empfindliche Verluste herbeiführten. Schon als das verbündete 
Heer nach der Lützener Schlacht über die Elbe gegangen war, 
wurde von Meißen aus der Rittmeister von Colo1nb vom bran: 
denburgischetk Husaren:Regiment nur mit einer Handvoll Reiter 
sein Ofsizier CLieutenant EckardtJ, 6 Ober:Jäger und 72 Jäger 
seiner freiwilligen Jäger:Schwadron, eine Auswahl der besten 
jungen Leute und Pferde, so wie ein Offizier CLieutenant von 
KatteJ, ein Unteroffizier und 10 Husaren des Regiments VI  
über die Elbe zurückgefandt, um im Rücken der Franzosen Ver: 
wirrung anzurichten. Dieser rastlose, muthige und verschlagene 
Anführer konnte, ungestört vom 8. Mai bis zum 23. Juni, also 
fast 7 Wochen, am linken Ufer der Elbe sich herumtummeln, 
konnte gleich anfangs, den 10. Nachts bei Rathen in der säch: 
fischen Schweiz über die Elbe gesetzt, Anschläge zur Gefangen: 
nehmung des vdn Böhmen herkommenden Königs von Sachsen 
entwerfenHJ, bis Plauen, Jena, Chemnit;. hin: und herstreifen, 
überall Gefangene machen, Couriere auffangen, Wagen, Zufuh: 
ren, Pferde wegnehmen, sogar einen ganzen Artillerieparksvon 
24 Kanonen und der dazu gehörigen Muniton unbrauchbar 
Wachen, ja es hätte nicht viel gefehlt, so hätte er den Vice: 
König, der sich von Dresden nach Jtalien begab, sgefangen ge: 
nommen. Mit großer Verwegenheit nahm der russifche General 
Tsthernitschef nach einem scharfen Ritte von Verchland an 
Hi 
VI Aus dem Tagel;uche des Rittmeisters von Colomb.s Streifzüge 
I813 und 1814. Verlm 1854.  E. S. Mittler und Sohn. S. 13.. 
NO COlvmb, 14, dessen AUfZMk2IUmgen überhaupt sehr cehrreich smd. 
Veit3ke,Fkei1;eiisIkicge. I. s. Aufl. 25
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.