Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-255450
370 
Bindi 
111. 
Abschnitt. 
teren Feldzügen sein unzertrennlicher Begleiter. Napoleon schätzte 
und liebte ihn aufrichtig, ja nach Bourrienne7s Zeugnis; liebte 
ihn der Kaiser mehr, als es von Duroc erwiedert wurde. Gern 
hätte Napoleon als erster Consul seine Schwester Caroline anstatt 
mit Murat mit Duroe vermählt, um ihn sich auch verwandtschafti 
lich näher zu bringen, und ohne Zweifel wäre ihm dann noch 
ein glänzenderes Loos geworden, allein Duroe verschmähte diese 
Verbindung. Gewiß ist, das; dieser noch vor Verthier, CauIiu; 
court, Maret 2c. dem Kaiser offen und aufrichtig seine Meinung 
sagen durfte. Sein Tod war daher in Hinsicht auf das fernere 
Schicksal Napoleon7s ein unerset;,licher Verlust und vielleicht eine 
der Ursachen seines nachherigen Sturzes. 
Napoleon kehrte gegen Abend auf eine freie Höhe hinter 
Markersdorf zurück, wo das Fußvolk seiner Garde ein großes 
Viereck gebildet hatte, in dessen Mitte die gewöhnlichen fünf 
kaiserlichen Zelte aufgeschlagen waren. Das lärmende Geräusch 
und die Geschäftigkeit des Lagers wurden laut. Dazu suchten 
zwei Musikchöre auf den Endpunkten des großen Vierecks Heiter: 
keit zu verbreiten. Der Rauch von dem Geschützfeuer hatte sich 
völlig verzogen. Es war ein schöner Sommerabend und wo es 
nicht durch das Fußvolk zertreten, durch die Reiterei zerstampft 
oder durch das Geschüt3 in Grund gefahren war, stand das 
Korn hoch und die Blumen blühten, denn die Natur setzt un: 
bekümmert um den Zorn der Menschen still ihre Arbeit fort. 
Am Abend schien das Aufgehen von unzähligen Wachtfeuern 
und die Flammen von zwei brennenden Dörfern, auf welches 
die ehrwürdige Landskrone herabsah, die Schönheit der Scene 
zu erhöhen. Bei seinen Zelten bemerkte man den Kaiser auf 
einem Feldstuhle in dem bekannten grauen Ueberrocke, mit herunter: 
hängenden Armen und gesenktem Haupt, abgesondert von seinem 
Gefolge, welches sich ehrfurchtsvoll zurückzog. Es war einer 
von den höchst ernsten Momenten eingetreten, deren sich im Leben 
dieses außerordentlichen Mannes mehrere finden. Er hatte seine 
Feinde weit an Schnelligkeit übertroffen und zuerst den Kampf 
eröffnet. Mit einem eiligst zusammengerafften Heere hatte er sie 
geschlagen und über die Elbe getrieben. Er hatte darauf ver: 
sucht, mit dem mächtigsten seiner Gegner, dem Kaiser von Nuß; 
land, ein Abko1nmen zu treffen, dieses war völlig mißlungen.7tJ 
Er hatte dann noch eine zweite große, zweitägige Schlacht ge 
ji 
H Um die Darstellung per Kämpfe nicht immer zu,unterbrechet1, 
behalten .wir uns vor, die polrt1sch:diplomatifchen Verhältnisse später Jus 
sammenheingend abzuhandeln. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.