Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-255391
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Bachs 
II1. 
Abschnitt. 
das Gefährlichfte, und Napvleon hatte gezeigt, was sich durch 
mstIpse Verfolgung für ungeheure Vortheile erlangen lassen. 
Hätte er eine hinlängliche Anzahl tüchtiger Reiterei und reitende 
Artillerie gehabt, so würde auch der Rückzug nicht ohne empfind: 
liche Einbuße geblieben sein, da er daran aber bittern Mangel 
litt und die Verbündeten Ueberfluß hatten, so konnten sie sich 
immer so schützen, daß er ihnen wenig anhaben konnte. 
Um das Nachdrängen des Feindes gleich anfangs mög;s 
lichst aufzuhalten und das rückmarschirende Heer einen Vorsprung 
gewinnen zu lassen, wurde am Morgen des 22. Mai früh vor 
3 Uhr eine sehr starke Nachhut von Weißenberg aus gegen 
Wurschen vorgeschoben. Sie bestand dem größeren Theile nach 
aus Rassen, unter dem feurigen, unternehmenden General Yer: 
molof, der früher im Feldzuge 1812 Chef des Generalstabes 
bei Barelay gewesen war, und aus der preußischen Reiter:Brigades 
des Oberst:Lieutenants von Kaheler, vom Heerestheil Bliicheris. 
Diese Macht, mit hinreichendem Geschütz versehen, stellte sich auf 
den Höhen diesseits Wurschen auf mit dem Befehl und dem 
eigenen Vorsatz, jedes Fleckchen Land auf das Aeußerste zu ver: 
theidigen.  
Napoleon hatte aufs Neue gesiegt, aber mit großen Opfern 
von seiner Seite. Dabei entbehrte der blutige Sieg der sonst 
gewohnten Früchte, der Trophäen, der Gefangenen. Es war 
ihm nicht gelungen, auch nur ein Bataillon abzuschneiden oder 
nur eine Batterie wegzunehmen. Trotz aller Fehler der Krieg: 
stihrung der Verbündeten hatte dies die hohe Tapferkeit ihrer 
Truppen vereitelt. Wiederum war es nicht die Schuld des 
französischen Heeres, daß nicht größere Ergebnisse erkämpft work 
den waren. Allerdings hatte Marschall Neh einiges Wesentliche 
verfehlt und ihn trifft ein Theil der Schuld; allein es muß auch 
bedacht werden, daß sein Heer große Märsche zu machen hatte 
und höchst ermüdet schon auf dem Schlachtfelde ankam. Daß 
aber nicht mit mehr Nachdruck angegriffen und errungene Vor: 
theile nicht kräftiger verfolgt werden konnten, lag in dem Mangel 
an Reiterei, welcher gebot, immer in Massen zu marsihiren, stets 
auf seiner Hut zu sein, und es verhinderte, den geschlagenen 
Feind durch Nachsendung von Reiterei in Verwirrung und Auf; 
lösung zu bringen. Es lag auch an der beträchtlich geringeren 
Zahl von Geschiitz, wodurch man den Feind nicht so erschüttern 
konnte, wie es doch nöthig gewesen wäre.  
Napoleon war viel zu einsichtig, als daß er nicht diese Um: 
stände völlig erkannt hätte. Um aber den größtmöglichften Grad 
von Thatkraft seines Heeres aufbieten zu können, bezeigte er die
        

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