Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-255371
362 
III. 
Bachs 
Abschnitt. 
rem Erfolge zu erneuern.  Er erinnert an den großen Friedrich, 
ermahnt zum Muth und zur Ausdauer und schließt: ,,Jeder thue 
willig, was Gesetz Und Pflicht ihm gebieten. Keinen verlasse 
das Vertrauen auf Gott, auf das tapfere Heer und auf die 
eigene Kraft.U 
Die Unkenntniß der ganzen Größe der Gefahr, die mit 
Vertrauen vom Throne gesprochenen Worte, die Erwartung des 
nahen Beitritts von Oesterreich, die hohe Tapferkeit des Heeres, 
der Gedanke, daß durch die großen Rüstungen das eigene Heer 
bald verdreifacht werden mußte, schwächten den Eindruck dieser 
zweiten verlornen Schlacht um ein VeträchtIiches. Die Begeiste: 
rung in der Masse des Volks war nachhaltig genug, noch mehr 
Verluste zu ertragen, wenn auch in den höchsten Regionen das 
Vertrauen nicht zu groß war und die Einsichtigen die Gefahr 
wohl kannten. Indessen wollte man ausharren und Alles daran 
setzen, im Glauben, doch endlich den Sieg zu erringen. Hatte 
man doch darauf gefaßt sein müssen, daß das Ringen mit einem 
Napoleon nicht leicht sei.  
Wir kehren zu den beiderseitigen Heeren zurück. 
Wir sagten, daß es an einem Feldherrn fehlte, der es mit 
Napoleon aufnehmen konnte. General Wittgenstein fühlte, daß 
er nach zwei verlornen Hauptschlachten nicht mehr mit Ehren 
an der Spitze bleiben könne, da vier Generale ein älteres Pa: 
tent hatten als er, nämlich Barclay, Miloradowitsch, Tormassof 
und Vlücher. Auch mußte ihm seine Stellung durch die bestän: 
dige Einwirkung seines Kaisers verleidet werden. Er bat daher 
um Entbindung vom Oberbefehl und schlug dazu Barclay vor, 
unter dem er früher gestanden und dessen Befehlen er sich mit 
Vergnügen unterordnen wolle. VermuthIich wußte er, daß die 
Augen des Monarchen bereits auf Barclay gerichtet waren, und 
kam so nur dem Unvermeidlichen zuvor. Doch führte er noch 
drei Tage nach der Schlacht den Oberbefehl fort und erst am 
25. Mai, auf dem Rückzuge nach Schlesien, in Bunzlau am 
Bober, übernahm ihn Barclay. 
Ohne Zweifel war dieser General tapfer, rechtlich, kriegs2 
erfahren, mit der Leitung großer Kriegsunternehmungen bekannt, 
als ein guter Kriegsmin1ster und Heerverwalter bei den Nussen 
geschätzt und darum wohl Wcttgenstein vorzuziehen, der zwar 
ein guter Feldsoldat unmittelbar an der SpiHe der Truppen 
war, dem aber doch das Talent zum zweckmäßigen Herumwerfen 
großer zusammengesehter Heeresmassen und deren richtiger Ver: 
fVkgUNg EbgkUg. Ob General Barclah aber im Stande sein 
würde, gegen Napoleon das Feld zu halten, war mehr als
        

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