Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-255353
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I1I. 
BuDhs 
Abt 
,chnitt. 
Das Talent zu einem Feldherrn ersten Ranges ist überhaupt 
sehr selten und es vermag nur in außerordentlichen Zeitverhält: 
nissen sich auszubilden. Bei den Russen hatte sich diese Gele: 
genheit einigermaaßen gefunden, bei den Preußen fast gar nicht. 
Aber auch ein. sehr tüchtiger Feldherr stieß bei den Verbiindeten 
auf große Schwierigkeiten. Bei der Anwesenheit von zwei ab: 
soluten Monarchen beim Heere, wovon der eine sich selbst die 
Kenntniß höherer Kriegskunst beimaaß und sich nicht enthalten 
konnte, entscheidend einzugreifen, mußte er sich in seiner Stellung 
sehr beirrt und beengt fühlen. Das Beste selbst, was er leisten 
konnte, erlitt dadurch leicht eine Schwächung und Verzögerung. 
Dazu kam die Verschiedenheit beider Völker, von denen die 
Preußen sich wohl bis zu einem gewissen Grade den Oberbefehl 
der Rassen, aber die Russen sehr schwer den Oberbefehl der 
Preußen gefallen ließen. 
 Ganz unverhältnißmäßig günstiger stand es dagegen um 
den französischen Heerbefehl. Seit sechszehn Jahren führte Na2 
poleon als Oberfeldherr den Krieg so zu sagen auf eigene Rech: 
nung. Seit mehr als dreizehn Jahren war er Oberhaupt von 
Frankreich und jetzt mochte er wohl schon in funfzig Schlachten 
commandirt haben. Gegen eine so große Kriegspraxis, gegen 
solche Thätigkeit, Umsicht und Kraft der Kriegführung war 
schwer aufzukommen. Dabei hatten sich die Theile zu dem 
Ganzen des Heeres in der langen Uebung so zu einander ge: 
wöhnt, oder waren so geordnet, daß die Maschine mit Leichtig: 
keit durch den Meister zu handhaben war. Auch unter ihm 
dienten fremde Völker, aber bei den verschiedenen Corps einge: 
theilt und von französischen Divisions: und Brigade:Generalen 
befehligt, so daß die verschiedene Nationalität nicht wesentlich 
fühlbar wurde. 
Der Verlust der Schlacht von Bangen entfernte die Vers 
bündeten noch viel mehr von ihrer Aufgabe: den Rheinbund zu 
sprengen und Deutschland wieder aufzurichten. JeYt hatten sie 
alle Mühe, sich nur selber zu erhalten, ja wenn noch ein tüchti: 
ger letzter Stoß NapoleonIs kam, so konnte Preußen zertrüm: 
mert und die Rufsen nach Polen hinein getrieben werden. 
Es kam darauf TM, dem Volk von Preußen die Sache aus 
möglichst günstigem Gesichtspunkte vorzustellen, um den Muth 
aufrecht zu erhalten. Zu jener Zeit machte allein das Gouver: 
nement Kriegsnachrichten in den Zeitungen bekannt, die damals 
nur drei Mal in der Woche erschienen. Das Publikum war 
auf eine große Schlacht an den Quellen der Spree vorbereitet 
worden, ,,worin dem Feinde das Schicksal bereitet werden würde,
        

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