Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-255059
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Bushs 
1ll. 
3. Abschnitt. 
des Generalftabes seines Corps, General .Jomini Cder nicht 
lange darauf zu den Verbiindeten iibergingJ, stellte ihm vor, 
daß der Marsch nach Berlin ganz unniitz sei, weil man dort 
keinen Feind vor üch habe; daß jes dagegen große Ergebnisse 
herbeiführen müsse, mit 60,000 Mann auf Bauizen zu mar: 
schiren. Der geringste bei Bauizen erfochtene Vortheil müsse 
das feindliche Heer über die Oder werfen, wo dann Berg 
lin von selbst in französische Gewalt falle. Gelänge es aber, 
in die rechte, Seite des Feindes bei Bangen zu kommen, so 
würde dieser in Unordnung auf das österreichische Gebiet gewor: 
fen werden, und das Wiener Cabinet würde gezwungen, in dem 
französischen Bündniß zu beharren. Marschall Ney würdigte 
diese Gründe hinlänglich, allein er kannte die wohldurchdachten 
Pläne seines Kaisers und wagte nicht, bestimmte Befehle zu 
verletzen. Da fiel ihm ein Zeitungsblatt von Breslau in die 
Hände, welches den Durchzug von 20,000 Mann Kerntruppen 
unter General Barclay anzeigte, die von der Belagerung von 
Thorn kamen. Dieser Umstand gewährte dem Marschall einen 
Vorwand, von seinem erhaltenen Befehl abzuweichen, da der 
Kaiser in Gefahr kommen könne, und er beschloß nun den 
Marsch nach Bangen. So konnte ihn Napoleonls umändernder 
Befehl schon am 17. Mai in Kalau erreichen, von wo aus er 
über Hoyerswerda gegen den rechten Flügel der Verbündeten 
vordrang.VJ Vom Heer des Kaisers bei iBaut5en wurde am 
18. vom Corps von Bertrand die italienische Division Peri nach 
Königswartha, auf dem halben Wege von Bautzen nach Hoyers: 
werda, entsandt, um die Verbindung mit dem Marschall Reh 
zu eröffnen. 
Es ist nicht bekannt, wer auf Seiten der Verbiindeten den 
meisten Einfluß auf die Leitung der Kriegführung im Großen 
hatte; es läßt sich aus den wenigen vorhandenen Nachrichten 
nur vermuthen, daß dies der Kaiser Alexander gewesen sei. 
Oberfeldherr war allerdings Wittgenstein, aber es ist sehr zu 
bezweifeln, daß er frei in seinen Entschlüssen war. Wenn in 
absolut regierten Ländern der Monarch selbst beim Heere sich 
befindet, wird der Feldherr immer mehr oder weniger in Ab: 
hängigkeit sein. Nun war Kaiser Alexander, der schon 1812 
die Führung seines Heeres gegen Napoleon hatte übernehmen 
wollen, durchaus nicht gemeint, eine passive Rolle zu spielen. 
Daß er die obere Leitung in der Politik hatte, versteht sich 
ganz von selbst, aber er glaubte nun allmählig, auch etwas 
so 
Wagner. 
Oberst 
Schlacht von Barthen. 
Die 
l
        

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