Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-255012
326 
I1l. 
Buch 
Abschnitt. 
Oesterreich abgedrängt wurde und also dann weniger Hoffnung 
zum Bündniß hatte, so war diese Gegend zur Schlacht ungünftig 
gewählt, und es war ein Glück, daß sie bald,aufgegeben wurde. 
Noch war man darüber nicht klar, ob Napoleon mit seiner 
Hauptmacht auf der Straße nach Schlesien odersnach Berlin 
vordringen werde. Der Oberfeldherr .Wittgenstein wollte am 
10. Mai entdeckt haben, daß der Druck der feindlichen Kräfte 
von Dresden her, obgleich der Kaiser Ich dort befand, nur ein 
Scheinangriff sei. Die Hauptmasse des Feindes, wollte er wissen, 
sammele sich auf dessen linkem Flügel und werdebeisWittenberg 
und Belgern über die Elbe setzen. Der Oberfeldherr wollte da: 
her einen Marsch von Bangen stehen bleiben und eine entschei: 
dende Bewegung des Feindes abwarten. Würde der Feind 
nachdrücklich auf ihn losgehen, so glaubte er Zeit genug zu 
haben, sich bei Bangen aufzustellen und dort eine Schlacht an: 
zunehmen. Sollte der Feind von Wittenberg und Belgern her 
mit Uebermacht gegen Berlin vorbringen, so wollte er ihm mit 
aller Kraft in die rechte Seite fallen.VJ 
General Wittgenstein wurde jedoch bald seinen Jrrthum 
gewahr. Thielmannn war im Hauptquartier der Verbündeten 
angekommen. Er meldete die Uebergabe Torgau7s an die Frau: 
zosen und die Vereinigung der sächsischen Streitkräfte mit ihnen, 
sodann, daß mehrere franzößsche Corps unter Befehl des Mars 
schalls sNey hier auf das rechte Elbufer übergehen würden. Am 
11. Abends wußte man bereits, daß bei Dresden Z französis4he 
Corps wirklich übergegangen wären, daß der franzöftsche Kaiser 
dort mit den Garden anwesend sei und daß am folgenden Tage 
der Einzug des Königs von Sachsen erwartet werde. Hierdurch 
verschwand denn die Idee eines Scheinangriffs von Dresden 
her, vielmehr war von dort ein Hauptstoß zu erwarten. Gene: 
.rals.Wittgenstein gab nun die Hoffnung auf, in der Nähe des 
Elbstroms unter günstigen Verhältnissen eine Schlacht liefern zu 
können, und trat am 12. Mai den Rückzug hinter die Spree an. 
Weiter wollten aber weder die verbündeten Souverx1ine 
noch sonst irgend Jemand ohne einen neuen erbitterten Kampf 
zurückweichen. tMan hatte die Schlacht bei LiiHen kaum eigent: 
lich verloren und es durften die Nachtheile derselben doch nicht 
dahin führen, daß man bis Schlesien zurückgeworfen wurde. 
Man mußte zeigen, daß man noch Widerftandskraft genug besitze, 
um auf gleichem Fuß mit Napoleon zu stehen. Man mußte 
den Kaiser Afexander in Michailowskis 
H Beric;t WittgensteinIs an 
Danilewskiss Denkwürdcgkeiten.
        

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