Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-253463
General Bülo1v 
Neuftettin. 
in 
171 
die Preußen auffordern, die Stadt zu räumen. Oberst Thümens 
ließ ihm antworten: er werde sich unter keinen Umständen aus 
dem Ort vertreiben und es ganz entschieden auf Gewalt an: 
kommen lassen. Er wünsche sonst den Russen allen Erfolg und 
hoffe bald mit ihnen vereint zu fechten, aber hier werde er nicht 
nachgeben. Hiemit mußte sich dann der russische General be: 
ruhigen. 
Kaum hatte am 17. Januar früh Oberst Thümen Tuchel 
geräumt, als auch General Tschernitschef erschien. Er holte die 
Franzosen noch in der Gegend von Kammin ein, griff sie an 
und nahm ihnen mehr als 100 Gefangene und 2 Kanonen ab. 
Bei diesem Gefecht kam das Ergänzungs: CDepot:J Bataillon 
vom ersten ostpreußischen Regiment unter dem Major von Schut: 
ter, welches die Nacht in und bei Kammin gelegen, in Gefahr, 
mit den Rassen oder den Franzosen anbinden zu müssen. Der 
preußifche Besehlshaber hatte dazu aber nicht die geringste Lust. 
Er dachte: macht Jhr, was Ihr wollt, schloß mit seinem Ba: 
taillon eine dichte Colonne, ging, ohne sich auf irgend etwas 
einzulassen, querfeldein durch beide streitende Partheien durch 
und kam glücklich ohne Verlust davon. 
Es geschah begreiflicherweise noch mehrmals ein Zusammen: 
treffen mit französischen Truppen, wiewohl man sich preus3ischer: 
seits auf das eifrigste bemühte, sie zu vermeiden. Das geflif: 
sentliche Ausweichen geschah nicht allein aus Widerwillen oder 
Besorgniß, sondern hauptsächlich, um den Typhus, das Nerven, 
und Lazarethfieber zu vermeiden, mit welEhem alle französischen 
Heerestrümmer in Folge des unsäglichen Elends behaftet waren 
und wovon die ganze Gegend, welche sie daherzogen, auf ge: 
sährliche Weisg angesteckt wurde. Sonst waren vereinzelte Frau: 
zosen und kleine Abtheilungen äußerst froh, preußifche Truppen 
zu erreichen, denen sie sieh anschließen konnten, um Vor den ge: 
fürchteten Kosaken gesichert zu sein, und die Truppen konnten 
sie schwer wieder los werden. 
General Biilow kam den 17. Januar in Neusteitin an, wo 
er vorläufig blieb und auf das nachdrücklichste die Bildung seines 
Truppencorps betrieb, welches in die nähere und fernere Um: 
gegend verlegt wurde. Es feste sich von hier aus mit seinem 
Gouvernement und mit allen Behörden in Verbindung. Wenn 
er hier die nöthigsten Truppenbildungen vollzogen, war es seine 
Absicht, das weitere Vorgehen der Rassen benuhend, sich der 
Oder zu nähern Und sich zwischen Königsberg in der Neumark 
und Stargard in Pommern aufzustellen, um die Person des 
Königs zu sichern und die Hauptstadt zu decken.
        

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