Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251795
Bushs 
Abschnitt. 
Unebenheiten sehr reich ausgestattet und es besitzt die höchsten des 
Welttheils. Gegen Süden baut sich das mächtige Alpeugebirge 
auf, zum großen Theil mit Lasten nie aufthauenden, schimmernden 
Eises bedeckt. An dieses Hochgebirge, welches etwas mehr als 
ein Fünftheil der ganzen Oberfläche einnimmt, legt sich nördlich 
ein Hochland niederer Art, beinahe zwei andere Fünftheile des 
Ganzen bedeckend, ein Gemisch von waldbewachsenen Gebirgszägen, 
die sich nach allen Richtungen erstrecken, von größeren und klei: 
neren Bergebenen, von zum Theil rauhen, zum größeren Theil 
sanftgewölbten und breiten Thälern, des reichsten Anbau7s fähig. 
Gegen Norden bis zum Meere folgt dann das Tiefland, die 
legten zwei Fünftheile einnehmend. Eine sehr reiche Bewässermig 
durchfurcht das Ganze und mächtige Ströme durchfluthen das 
Land. Sie haben einen großen Theil ihres Laufs durch Hoch: 
land zurückzulegen, überwinden die Hindernisse, welche sie treffen, 
und bilden Durchbrüche durch Felsland, welche die erhabensten 
des Welttheils sind. Die Mündungen vier größerer Ströme lie: 
gen innerhalb der deutschen Gränzen, und glücklicherweise gehört 
nur einer von ihnen einem Binnenmeer an; der fünfte große 
Strom fließt freilich in ein weitentferntes Meer und geht durch 
zwei fremde Länder. Diese Ströme mit ihren Nebenflüssen er: 
öffnen dem Verkehr weit ins Land gehende Wasserbahnen und 
setzen zugleich das tiefe Innere mit dem Meere in Verbindung. 
Hiernach hat Deutschland einen außerordentlichen Reichthum 
an Formen und übertrifft an Erhabenheit, Schönheit und Mannig: 
faltigkeit derselben die meisten übrigen Länder Europas. Nuß: 
land kann in dieser Hinsicht gar nicht in Betracht kommen. Ebenso 
wenig Skandinavien mit seiner großartigen, aber starren und 
kalten Natur. Auch Frankreich, wenngleich mit manchen andern 
Vortheilen ausgestattet, ist im Vergleich mit Deutschland im 
Ganzen nur einförmig. Die phrenäische Halbinsel, ganz aus 
Hochland bestehend, bei fast gänzlichem Mangel an Tiefland, im 
Innern waldlos, sonnenverbrannt, wasserarm und daher ohne 
ausgebildeten Stron1lauf, reicht, bei allem Schmelz einiger Ge: 
genden, an mannigfaltigem Reiz nicht an Deutschland. Die 
italienische und griechische Halbinsel haben beide zwar einen großen 
Reichthum an Formen, aber die erstere hat keine günstige Figur 
zur Bildung eines starken Reiches, die andere hat zu viel Hoch: 
land und außer der Donau keine schiffbaren Ströme. Die brit: 
tischen Inseln besitzen allerdings in ihrer geographischen Lage 
und Bodenbeschaffenheit außerordentlich viel Vortheile, wenn auch 
die Erhabenheit der Unebenen die von Deutschland nicht erreicht. 
In Rücksicht der natürlichen Gränzen dagegen steht Deutsch:
        

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