Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814
Person:
Beitzke, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-251193
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-252791
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Bachs 
Abschnitt. 
tismus Vorwurf und mit diesem Vorwurf gegen An.dere nicht 
zurückhielt. Als Auerswald durch vielfache Anstrengung und 
Aufregung aufs Krankenbett geworfen wurde, ging Stein so 
weit, ihn zu verdächtigen, als habe er sich aus Furcht vor der 
Wiederkehr der Franzosen zu Bett gelegt.fJ Indessen fand Stein 
nicht allein bei Auerswald, sondern auch bei allen andern hohen 
Beamten den größten Widerstand und er mußte durch diese und 
viele andere Kundgebungen einsehen, daß er mit einer russifchen 
Dietatur nicht durchkommen werde. Er verständigte sich dann 
mehr mit Schön. Beide traten mit dem früheren Minister des 
Innern, Grafen Alexander zu Dohna, in Berathung. Dieser 
leitete jetzt als Generallandschaftsdirector die ständischen Auge: 
legenheiten der Provinz, und genoß wegen des Glanzes seiner 
Familie, und wegen der Reinheit seines Charakters große, all: 
gemeine Achtung. OhnesZweifel wurden noch verschiedene ein: 
flußreiche Männer ins Vertrauen gezogen. Von Seiten aller 
geltenden Personen war man überzeugt, daß es nothwendig sei, 
wie Stein gefordert, den General:Landtag von Preußen zu be: 
rufen, um mit dem Selbstbefchluß des Landes schnell und durch: 
greifend verfahren zu können, und da es nicht möglich war, die 
Genehmigung des Königs rechtzeitig zu erfordern, so wollte man 
es gelten lassen, daß im jetzigen Fall Stein als rufsischek Be, 
vollmäehtigter befugt seiHJ, die Berufung zu veranlassen. Glück: 
VI Solche leidenschastliche Aeußerungen SteinIs haben später zu den 
unrichtigsten Beurtheilungen eines ehrenwerthen hohen Beamten geführt, 
und es ist dem Verfasser, der in der ersten Aiiflage der Darstellung in 
dem Werke von sFriccius über die Bildung der Oftpreußischen Landwehr 
und in Siein7s Leben von Pers CBd. 1l1. S. 285s286s gefolgt war, 
eine wahre Genugihuung, hier und in Fol.g.ende.m dem Andenken dieses 
Ehrenmannes und Patrioten, dessen Familie eine so hohe Achtung im 
Lande genießt, nach genauen actenmäszigen Darstellungen, Gerechtigkeit 
widerfahren zu lassen.  Daß jene Vorwürfe Steinls gegen AuerswnId 
ungerecht waren, bezeugen insbesondere inir vorliegende Schreiben des 
Ministers Grafen Dohna, des Generals Yorck Cle15teres vom 16. Aug. 
18141 an. den Landhofmeister, das Zeugnis; von v. Schön. Auch E. 
M. Ariidt in ,,Meine Wandernngen und Wandelungen mit dem Reichs: 
freiherrn von Stein S. 125 u. folg.U hat Auexskvald ein ehrenvolles 
Denkmal gesetzt, indem er zugleich auf die schwierige Lage aufmerksam 
macht, in welcher derselbe als erster Beamter der Provinz sich befand. 
Es 3nag bei dieser Gelegenheit zugleich bemerkt werden, daß Auerswaldks3 
ältester Sohn, der im Jahre 1848 ein so beklagenswerthes Ende in 
Frankfurt fand, im Jahre 1813 der Erste war, welcher freiwillig 
ins Heer eintrat. Gegen Fricciu6 haben die Söhne in öffentlichen Blüt; 
tern reclamirt. 
ists Friccius I. S. 77.
        

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