Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tonkunst, Bildende Kunst, Dichtung, Weltanschauung
Person:
Lamprecht, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-245756
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-249224
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Dichtung. 
die Prosa1, so färbte doch die journalistische Reportage alsbald 
und wie von alters her auf die litterarische Skizze ab. Auch 
hier hieß es vor allem: Gegenständlichkeit, Kürze, Form: 
Verdichtung; und der Roman wich teilweise der Erzählung 
und die Novelle dem, was die Amerikaner, in diesem Falle die 
,,ersten am Platz,e0, short story getauft haben. 
Entwicklungsgeschichtlich war es die Überführung der 
Skizze zunächst in den physiologischen Jmpressionismus. Und 
aus dem physiologischen ist sie dann in den psychologischen 
und den neurologischen Jmpressionismus übergegangen und 
aus diesem heraus schließlich weich und  soweit es die Kürze 
zuließ  musikalisch geworden: hat sie mit einem Worte die 
uns schon bekannte Stufenleiter psychischer Eindrücke auch ihrer: 
seits durchlaufen. Und wie sollte sie nicht, nachdem sie einmal 
auf den Eindruck gestellt warP 
Dem Schicksale der Zelle aber folgte, wenn auch mit 
manchen besonderen Wendungen, das Schicksal der aus ihr er: 
bauten Organismen. Wir gehen zur Entwicklung des Romans 
nnd der kunstvoll erzählenden Geschichte über. 
2. Hier war zunächst klar, daß der neue Roman sich da 
in seinen Anfängen am frühesten einstellen mußte, wo die 
Übergänge von der feuilletonistischen zur naturalistischen Skizze 
am ehesten stattfanden, und wo dieser bloße Übergang schon 
genügte, um dem Roman neue, naturalistischere Stoffe zu: 
zuführen. In Deutschland war das in Berlin der Fall, und 
dieser Zusammenhang erhob Berlin in den ersten Zeiten der 
neuen Litteratur wenigstens auf dem Gebiete der Kunsterzählung 
teilweise zur fiihrenden Stadt: das, was entwicklungsgeschichti 
lich zunächst entstand, war der Berliner Roman der achtziger 
Jahre. Will man ihn verstehen, so bedarf es eines kurzen 
Einblicks in die besonderen Anregungen, welche ein groß: 
ftiidtisches Leben der Litteratur darbieten kann. In dem un: 
Vgl. 
Bahn 
Moderne
        

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