Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meine Gemäldesammlung
Person:
Schack, Adolf Friedrich von Schackgalerie <München>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-241908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-242942
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ihnen anvertrauter: Gallerien fern zu halten und 
deren Wände lieber mit Bildern zu schmücken, die 
ihnen für gut gemalt gelten, mögen auch die Pferde 
bei ihrem Anblick scheu werden. Wenn Jemand, 
ganz eingenommen von den Venezianern, den größten 
Meistern des  Colorits, über Schwind bemerken 
wollte, daß er hinter ihnen in der Farbengebnng 
zurückbleibe, so könnte man ihm freilich Recht geben. 
Doch müßte man sogleich hinzufügen, nicht für jeden 
dargestellten Gegenstand passe dieselbe Färbung. 
Tizian selbst hat sie nach den Stoffen, die er be: 
handelte, modifizirt; und noch entschiedener tritt 
hervor, daß die anderen großen Jtaliener keines: 
wegs immer diese Pracht des Colorits erstrebt haben. 
Raphael, der mehrfach, z. B. in seinem Lea X., 
gezeigt hat, daß er in ern1ähnter Hinsicht wohl mit 
Tizian 1oetteifern konnte, hatsfich doch bei vielen, 
ja den meisten seiner Bilder, mit einer viel beschei: 
deneren Farbe begnügt. Fordern, daß alle Maler 
das gleiche Colorit anwenden sollen, ist so unver: 
ständig, wie verlangen, daß Milton sein Paradies 
in den sdh1nelzenden Strophen des Ariost hätte dich: 
ten, Goethe feinen Gö3 in die Form von Tassos 
Aminta kleiden sollen. Wie würde man nicht über 
denjenigen lachen, der Michel Angeld  auch als 
Maler einer der Gröszten aller Zeiten  tadeln 
wollte, weil er seine Sibyllen nicht mit dem Far: 
benzauber geschmiickt hat, den Palma seiner heiligen
        

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