Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meine Gemäldesammlung
Person:
Schack, Adolf Friedrich von Schackgalerie <München>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-241908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-243787
J.U4t 
Zehntheileu Derjenigen gelten, deren Geschmack und 
Urtheilskraft heute für das Schicksal neuer Er: 
scheinungen in Kunst und Literatur maßgebend ist; 
nur so läßt sich erklären, wie die mittelmäßigsten 
und schlechtesten Produkte auf beiden Gebieten meistens 
mit großem Beifall aufgenommen werden, gute da: 
gegen keine Beachtung finden.  Von Vorgängen, 
wie dem obigen, bin ich fast jedesmal Zeuge, wenn 
ich in meine Gallerie während der Stunden, wo 
sie dem Besuche geöffnet ist, trete. In der Mitte 
des einen Ganges steht ein Tisch, für welchen der im 
Hause des Michel Angelo zu Florenz befindliche als 
Muster gedient hat. Auf der Platte dieses Tisches 
ist die Decke der sistinischen Kapelle sehr deutlich 
abgebildet. Man sollte denken, Jeder, der nicht 
völlig fremd auf dem Gebiete der Kunst ist, 1niisse 
doch Ein Mal wenigstens einen Knpferstich oder eine 
Photographie dieser vielleicht größten n1alerischen 
Schöpfung aller Zeiten gesehen haben. Nun finde 
ich aber sehr oft anscheinend gebildete Leute, die 
sich vor diesem Tische den Kopf darüber zerbrechen, 
was wohl die Figuren darauf bedeuten möchten. 
Die meisten glauben, die Bilder stellten ein Märchen, 
etwa wie Schwinds ,,sieben Rabentl vor, und eben 
die nämlichen Kenner wissen dann an jedem Ge: 
mälde dies und das zu tadeln. Mit der Beut: 
theilung eines Vildes, das den Künstler Jahre des 
angestrengtesten Fleißes gekostet hat, sind sie in
        

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