Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Historische Landschaften
Person:
Braun, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-225654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-226638
7S 
PW2agoras. 
Daß die ganze babylonische Kultur ein Erbe aus Aegypten sei, 
konnte ohnedieß Niemand verkennen, der aus Aegypten nach Babylon 
kam und hier Stusenpyramiden fand, wie sie ähnlich groß auch bei 
Memphis Cdie größte in der Wüste beim jetzigen Dorf SakkaraI.standen. 
Auch zu Babylon gab es Obelisken sein solcher, die ägyptischen an 
Höhe noch überbietend, wurde der Semiramis zugeschVkEVeUJ; Sphinxe 
Cwenn auch nur geflügelte Sphinxe  aber solche finden sich auch in 
Aegypten, wenigstens als GemäldeI; riesengrosze Königsbilder aus den 
Palastwänden; Skarabäen 2c. Allerdings ist zu Babylon der ägyptische 
,3eichnungssiil nicht unverändert gehiieben und hat sogar eine bedeutende 
Aufweichung erlebt I. Dabei aber bleiben die Motive, wenn z. B. ein 
urbabylonischer Sieger seine Gefangenen als kleine Figuren an langer 
Schnur einem Gott vorführt, unverkennbar ägyptisch.2 Mit dem An: 
lehnen von Babylon an Aegypten ist aber ganz Asien an Aegypten 
geschlossen, denn ganz Asien ist von Babylon aus bestimmt und einen 
unabhängigen Kulturquell seinen ,,indogermanischenUJ giebt es nicht  
wie allerdings nur der einsehen kann, der Alles aus einmal zu erschöpfen 
und zu überspannen vermag und nicht auf ein Sondergebiet CSanskrit: 
studien 2c.J sich beschränkt und auf diesem mit hergeerbten Vorurtheilen 
sich umfchanzt hält. 
Nach vielfachem Zeugnis; kam Pythagoras zu Babylon auch per; 
sönlich mit Zoroaster zusammen. Zoroaster ist nun freilich nach Maß: 
gabe der ,,Kritiktt ein bodenloser Mythus, und da Pythagoras eigentlich 
gleichfalls einer ist, wäre zu Babylon ein Mythus dem andern, ein 
Traum dem andern, begegnet. Vielleicht wird künftig, wenn unsere 
Literatur zum größeren Theil untergegangen, die Kritik aber gerettet 
ist, ebenso das Zusammenleben von Goethe und Schiller in Weimar 
angezweifelt werden. Man wird entdecken, dieser Mythus sei entstanden 
aus der Jdee eines gewissen Nietschel, dem es einfiel, die beiden größten 
Dichter Deutschlands ,,allegorischtt in Eine Gruppe zu vereit1kSMi Die 
großen Städte Deutschlands mögen sich um den Besitz der Gruppe ge: 
stritten und sich endlich dahin geeinigt haben, daß sie an einem neu: 
traten Platz, recht in der Mitte Deutschlands, einer kleinen Stadt, 
Namens Weimar, aufgestellt werde. Daraus hat nun eine kritiklose 
Nachwelt geschlossen, nicht nur, die beiden hätten gleichzeitig, sondern 
auch, sie hätten in WeimarsgelebtI Ein Zusammenleben ist schon darum 
nicht möglich, weil es einen ,,Goethett eigentlich nie gegeben hat. Wer 
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