Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Historische Landschaften
Person:
Braun, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-225654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-226486
PVkk2agoras. 
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als der hieroglyphische Namenszug des Gottes, dem der Tempel von 
Luxor geweiht war  Atnun:Ne, Amun Cder UrgeistI als Sonne  
und die Allee führte hinüber, wo beim Dorf Karnak die Ruinengruppen 
eines noch größeren Amuntempels lagern. Jn dieser Allee, von der 
nur das jenseitige Ende noch aus der Erde taucht, trug man einst unter 
Näucherung und Proeessionsgesängen die vergoldete Riesenbarke des 
Gottes Les brauchte die Schulter von viermal zehn Priestern, je zehn 
in die BreiteI  also ein sichtbares Symbol jener Barke, mit welcher 
Amun:Re über den himmlischen Ocean fährt. Der Tempel von Karg 
nak, jetzt eine Kette von Thorbaftionen, Säulenhöfen, obeliskenüber: 
ragten Trümmerhaufen, Kaminersystemen 2c. zeigt die größten Formen, 
deren selbst die äghptische Kunst fähig war. Jener theiltveis noch ges 
deckte Säulensaal, der auf den ersten Hof folgt, hat ein erhöhtes 
Mittelschiff mit zwei Reihen Säulen, deren jede 12 Fuß im Durchmesser 
ihres Schaftes und 22 im Durchmesser ihres Kelchkapitälrandes mißt. 
Diese großartigsten Glieder der Gesammtanlage gehören in die Zeit 
Nhamses7 1I. und seines Vaters Sethos. Bescheidener ist dahinter Lin 
der Mitte der ganzen KetteJ der Plan des Allerheiligsten selbst. Auf 
den Wänden der Kammern aber, welche die innerste Cella einschließen, 
liest man die Thaten des Gründers, d. h. Thuthmosis7 Ill., der Ceinige 
Jahrhunderte vor jenem RhamsesJ in 15 Feldzügen alles Land bis ins 
innerste Asien erobert hat. Wir haben bereits jener Gesandtschaften 
aus Jnnerasien gedenken müssen1, wie sie auf thebischen Grabwänden 
aus Thuthmosis7 Zeit abgebildet zu sehen  sammt ihrem reichen Tribut 
von Prachtgeräth und selbst von Statuen in Gold,und Elfenbein. 
Welche Durchsicht eröffnet sich hiermit in Zeiten, die spurlos verschollen 
wären, wenn nur dasjenige Existenz hätte, was in griechischen Urkun: 
den stehtt Und wie nothwendig ist solche Durchsicht, um Griechenland 
selber verstehen zu lernent Gold und Elfenbein wachsen nicht am 
Helikon, und eben so wenig hatte jene Technik, die im Zeus des Phi: 
dias noch Wunder wirkte, nöthig, aus dem Urbewusztsein dorischer 
Schweinehirten oder jonischer Sardellenfischer neu zu entspringen. 
Es wird die Priesterschast dieses ältesten und größten Tempels ge; 
wesen sein, bei welcher Pythagoras sich vorstellen mußte. Er wurde 
zum Unterricht zugelassen, aber nur unter der Bedingung, daß er ganz 
und gar zum ägyptischen Glauben übertrat, z. B. auch der Beschneidung 
sich unterwarf  also Bedingungen, auf welche hin heutzutag auch 
Medium und Mekka, die fanatisch gehütekeU HeiUskhÜm9V des JsIAM, 
sich öffnen. Der Oberprophet Sonchis wurde sein Lehrer. Natürlich 
Oben,
        

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