Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Historische Landschaften
Person:
Braun, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-225654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-228812
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Hannibal. 
entgangen war. Uebrigens wurde die Verfolgung bald eingestellt; die 
Karthager litten selber zu sehr in dem schneevermifchten Regen. Viele 
ihrer Elephanten kamen um. 
Jn der ganzen Ebene des Po waren die Römer nun auf ihre 
Festungen Placentia und Cremona beschränkt und auch mit diesenwar 
der Verkehr für Rom nur auf dem Flusse selber möglich. Es ist das 
Land, wo man überall nordwärts noch die Schweizer: und Throler: 
Alpen im Auge hat, südwärts den nach Südoften rückenden Apennin. 
Diese Ebene ist jetzt reich bebaut mit Reis und Welschkorn, die Felder 
getrennt durch Reihen von Ulmen oder Maulbeerbäumen, um welche 
Neben ranken  und war sicher schon vor Alters ertragsfähig genug, 
wenn auch theilweis noch mit jenen Wäldern bedeckt, die den Römern 
oft verhängnißvoll geworden. Aber zu lang durfte Hannibal gleichwohl 
den Stämmen dieses Landes nicht beschwerlich fallen, wenn nicht ein 
Umschwung zu Gunsten Roms erfolgen sollte. Die leibliche und moras 
lische Ausdauer der Gallier steht im schlechtesten Ruf bei den Alten. 
Noch ehe der Winter vorüber war, versuchte darum Hannibal den 
Apennin zu übersteigen. Aber vor Kälte und Unwetter mußte er wie: 
der umwenden und verlor sieben von den noch übrigen Elephanten. 
Auch über den Apennin führen nur wenige Päsfe. Der jetzige 
Hauptweg, die Eisenbahn von Bologna nach Pistoja, zieht am breiten 
GerölIbett des Rhenusflusses, der ne oft verwüftet, aufwärts und durch: 
löchert in langen Reihen Von Tunneln Cmanche von sehr bedeutendes: 
LängeJ das mäßig bewaldete Gebirg von Schlucht zu Schlucht, immer 
höher, bis endlich in großen Kurven, abermals durch die Bergrippen 
hindurch und auf hohen Bogenbrücken über die Thäler weg, das Hinab: 
steigen in ein anderes Italien, das eigentliche Jtalien, das Land der 
Oliven und Chpressen, erfolgt. Nur dieses Land südlich vom Apennin 
konnten die Römer noch zu decken suchen. Der eine der neugewählten 
Consuln, Servilius, stellte sich zu Ariminum cRiminiJ auf, also im 
Norden des Gebirgs, dort, wo dessen leHte Vorhügel fast das adriatische 
Meer berühren. Dort bleibt für die Straße Raum, die auf der ganzen 
flachen Meeresküste füdostwärts führt Cjet3t gleichfalls Eisenbahn; und 
von jeher die bequemste Vermittlung der Po:Ebene mit Jtalien war. 
Auf ihr waren auch die Legionen gekommen, die an der Trebia erlagen. 
Der andere Consul, Flaminius, blieb südlich vom Gebirg, auf der 
Straße durch das innerste Land, bei Aretium stehen. Aretium, die alt: 
etruskische Stadt auf einer Höhe unweit vom obersten Arno, ist durch 
das heutige, mehr in die Ebene herabgeriickte Arezzo erseht. Dort 
dachte Flaminius das Arnothal zu bewachen, sammt den Päffen, die 
in dieses herabführen, und mochte die Stellung bei Aretium gewählt
        

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