Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Historische Landschaften
Person:
Braun, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-225654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-227822
Alexander. 
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noch weiter nordwärts, vor Sagalasfos, wurden die makedonischen 
Vortruppen durch die von der Höhe des Stadtbergs sich auf He stürzen; 
den Barbaren geworfen und der Oberst der Bogenschiitz,en fiel  bereits 
der dritte, denn sein Vorgänger war vor .Halikarnaß und dessen Vor: 
gänger vor Theben gefallen. Aber gegen Alexander selbst und die 
Speere seiner Hypaspisten hielten die Angreifer nicht Stand, und zu: 
gleich mit den Flüchtigen drang Alexander in die Stadt. Auch von 
ihr, die den letzten Paß ins Jnnere verschloß Cden Weg zum Salzsee 
Askania hinabJ, liegen umfafsende Nninen Vor CTempel und Hallen, 
Theater, Gymnasien 2c.J, wenn auch nicht aus pisidischer .Barbarenzeit. 
Nordwestwärts, an den Quellen des Mäander Cder bei Milet ins 
Meer gehtJ, lag die uralt phrhgische Hauptstadt Kelänä. Sie ist merk: 
würdig namentlich wegen ihres Reichthums an bedeutsamen Sagen. 
Zu Kelänä soll Noahs Arche gelandet sein, und die Münzen von Apan1ea 
,,Kibotostt c,,ArcheUI is der Nachbarstadt, durch welche nachmals Kelänä 
erseht wurde  zeigen diese Arche sammt der Taube und dem Zweig. 
Es ist die chaldäische Flntsage, die, unabhängig von hebräischer Ueber; 
lieferung, auch über den Hellespont kam und einerseits am griechischen 
Parnaß nnd Aetna, andererseits selbst in germanischen Gebirgen hängen 
blieb 1. Gleichfalls zu Kelänä hat auf dem Markt sich einst ein Schlund 
geöffnet nnd nicht eher wieder schließen wollen, als bis des König 
Midas Sohn Anchuros sich zu Pferd hineinwarf. Dieselbe Sage drängt 
sich mitten in die römische Geschichte und wird vom Ritter Curtius 
Halbinsel 4000 Fuß hoch gelegene FelsenstadtJ überhaupt berührt habe, muß 
mehr als zweifelhaft bleiben. Nur Strabo bemerkt: ,,Alexander habe sie erobert, 
um sich die Pässe zu öfsnen0; abers eben damit beweist Strabo, daß er sie vers 
Wechselt mit dem von ihm nicht genannten kleineren Termessos. Die Geschichts: 
sthreiber Alexanders wissen nichts von der größeren Stadt dieses Namens; Ters 
messos ,,die größeres, aber an die Stelle anderer grundverschiedener Namen in 
den Text Arrians hineinkorrigiren zu wollen Cwie bei Ritter, Erdkunde xIx, 
769 te. nach SchönbornJ ist denn doch ein unerlaubtes Verfahren. Das größere 
Termessos cvon unten nur durch einen langen, vielverschanzten Paß zugänglich; 
aus feinen hohen und höchsten, mit Abgrtinden umgebenen Terrassen noch reich 
besetzt mit Theaters, Tempels und Palastruinen, zahllosen Sarkophagen 2c., wenn 
auch Alles aus später ZeitJ  diese Stadt lag dermaßen außerhalb Alexanders 
Weg Hauch außerhalb des Wegs jener Truppen, die er von Phaselis aus übers 
Gebirg nach der pamphylischen Ebene fchickte, anstatt sie auf dem Küstensaume 
mit sieh zu nehmend, daß wir die Mühe nicht begreifen, die man sieh diesseits 
gegeben hat, dieses für Alexander bedeutungslofe Felsennest auf die Richtung 
des Alexanderznges einwirken zu lassen. Es hat allerdings den Vorzug, die 
jüngstentdeikte aller lykischen Ruinenstädte zu sein. 
I Naturgeschichte der Sage I, 115 sc. 202 sc.
        

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