Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Historische Landschaften
Person:
Braun, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-225654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-227398
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Jerusalem. 
Aufstellung einer türkischen Compagnie in der Kirche ist der christliche 
Gottesdienst nicht möglich. Sie reißen sonst die Kronleuchter herab 
und schlagen sich mit deren Armen todt. 
Vom Ein: und Ausgang der Grabeskirche in der kleinen Seiten: 
fac;ade kommt man durch ein paar ruinenhafte Gassen abwärts in den 
geraden bedeckten Budengang, der auf einen lichtgriiuen Zaubergarten 
hinausführt. In seiner Mitte steht die große Moschee; es ist die Tempel: 
platte Moriah. Früher wurde man unsanft hinausgewiesen. Neuers 
dings sind die Räume Wenigstens gegen ,,BakschischHJ zugänglicher ge: 
worden, und treffliche Aufnahmen1 enthüllen die früher nur von fern, 
nur vorn Dach der nächsten Kaserne aus, angeftaunten Geheimnisse für 
die ganze Welt. 
Wir haben schon erwähnt, mit welch dürftiger Erneuerung des 
Salomonischen Tempels die Hebräer nach ihrer Heimkehr aus dem 
babylonischen Exil sich begnügen mußten. Um so großartiger erseHte 
ihn Herodes, und zwar das Tempelhaus selber in 18 Monaten, die 
Hallen in acht Jahren 2c. Zu Christi Zeit wurde immer noch daran 
gebaut und fertig war die ganze Tempelterrasse erst unmittelbar vor der 
Wiedervernichtung. Der Herodianische Tempel also lag an der Stelle des 
Salomonischen, aber nicht mehr offen wie jener. In weitestem Viereck 
trennte eine steinerne Schranke von 3 Ellen Höhe C51j2 FußJ den äuße: 
ren, auch den Nichtjuden zugänglichen Raum von dem heiligen Boden 
der Hebräer. Innerhalb dieser weitesten Schranke erhob sich, gleichfalls 
quadratisch, eine höhere Plattform, zu der man auf 14 Stufen hinan: 
stieg. Auf dieser Plattform, nur 10 Ellen C15 FußJ eingerüclt, stand 
das Viereck einer 40 Ellen hohen Mauer, deren Höhe nach außen nur 
dukc2 die VvkgeIegt811 Stufen vermindert war, und innen folgte ein noch 
höherer Boden, so daß sie innen nur noch 25 Ellen hoch war. Jnnen 
herum auf allen vier Seiten war dieses Mauerviereck mit SäulenhalIen 
und Sälen gesäumt. Jn der Mitte der nach Osten, also gegen KidwU; 
that und Oelberg gerichteten Vorderwand stand ein Thor mit bronzenen 
Thüren, das sogenannte schöne Thor, wo der lahme Bettler lag, den 
Petrus aufstehen hieß. Nach Josephus Beschreibung waren alle Thore 
dieses Mauervierecks eigentlich Thorthiirme, TM Innern auf zwei starke 
Säulen gestützt. Wir werden sehen, daß das heute noch in der Ost: 
mauer stehende, das sogenannte goldene Thor gleichfalls zwei hinter: 
einander folgende Säulen in seinem Innern hat, welche mit den Pfei: 
lern der Seitenwände zusammen sechs kleine Gewölbkuppeln tragen. 
Da die Front jenes goldenen Thores ein Doppelbogen ist Ceinst mit 
1864. 
etc. 
de Jerusalem 
Les Temp1e 
V0gÜ6 I
        

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