Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Historische Landschaften
Person:
Braun, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-225654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-227363
Jerusalem. 
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Kuppel ist löcherig und wartet schon sehr lang auf Herstellung. Sie 
ruht auf einem Fensterkranz über hohen enggestellten Pfeilern, die je 
ein Galeriefenster zwischen sich nehmen, und hat selber in der Mitte 
einen kreisrunden Ausschnitt, unmittelbar über der Grabeskapelle. Diese, 
ein hoher halbrunder Bau von gelbem Marmor, ist außen behangen 
mit Bilderrahmen und künstlichen Blumen und Lampen, umstellt von 
Kandelabern mit riesenhasten Kerzen. Jm Innern ist sie natiirlicher 
Fels und besteht aus zwei engen Räumen, dem Vorraum des Engels 
und dem inneren Raum mit der Grabesbank.  
Bekanntlich ist es eine große Streitfrage, ob die Stelle echt sei, 
Und sind anfangs ganze Bibliotheken darüber angewachsen. Schon im 
Vorigen Jahrhundert wurden die Zweifel laut. Nach den evangelischen 
Geschichten war jene Hinrichtungsstätte und das nahe Felsengrab außer: 
halb, wenn auch nahe bei der Stadt. Die Grabeskirche aber liegt 
mitten darin. Nun ist es freilich nicht schwer, bei vorurtheilsloser Auf: 
fassung einzusehen, daß die Stelle der Grabeskirche zur Zeit von Christi 
Tod allerdings noch außerhalb lag. Nach Süden gab es von jeher nur 
eine einzige Mauer, die auf dem Rand der nun ausgeschlossenen Zions 
platte fast kreisrund herumlief, dann durch das Thal zwischen Zion 
und Moriah stieg, um auch jenes südliche Vorgebirg der Moriahplatte 
bis hinab zum Siloahteich zu umschreiben, dann aber rückwärts über 
dem Kidronthal bis an die Südosteckesder Tempelplatte hinaufzulaufen. 
Aber stack Norden, von wo der Zugang leichter war, und wohin die Stadt 
allmälig sich erweitert hat, gab es drei Mauerzüge hinter einander. 
Die erste und älteste ging nach Josephus Beschreibung vom Thurm 
Hippikus in der Davidsburg aus und führte ostwärts in geradem Zug 
nach der Mitte der Tempelterrasse hinüber, blieb also südlich von der 
Grabeskirche. Die zweite Mauer Cwir werden weiterhin auf die Be: 
weise stoßenJ setzte in der Mitte der ersten an und beschrieb einen 
Bogen köstlich von der Grabeskirche nach der Nordwestecke der Tempels 
terrasse hinüber, so daß die Stelle der Grabeskirche immer noch außen 
blieb 1. Erst die dritte Mauer, von Herodes Agrippa begonnen, und 
von den Juden unmittelbar vor der Belagerung vollendet, Umfaßte 
auch den übriggebliebenen Winkel zwischen der ersten und zweiten Mauer 
Und den ganzen nördlichen Theil, die sogenannte Neustadt. Mit Haus 
fern besetzt war dieser Theil allerdings schon, bevor die Mauer ihn 
einschloß. Diese dritte Mauer ist aber die heutige Nordmauer mit dem 
Damaskusthor, und alle Erweiterungen darüber hinaus, wie sie 
I Ein Rest dieser zweiten Mauer 
Temp1e de Jerusalem, P. 118. 
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