Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der moderne Vasari
Person:
Schadow, Wilhelm von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-222911
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-223453
30 
Werkstatt, warf sich in leidenschaftlichcm Sch1nerze ihm zu 
Füßen, und flehte ihn um Fiirsprache für die Begnadigung 
ihres zumf Tode vernrtheilten Mannes an. Was aber thut 
DavidP Er tritt mehrere Schritte zurück, ergreift sein Skizzeni 
buch, befiehlt der Frau ganz still in dieser Bewegung zu ver: 
harren, und erklärt ihr, nachdem er sie gezeichnet, mit der 
äußersten Kälte, er sei nicht gesonnen, sich für einen Rohalisten 
zu verwenden. Kann ein solcher gemüthloser ,Künst.ler durch 
seine Werke die Gemüther der Menschen riihrenP Kalt und 
korrekt befriedigt er in Einzelheiten die Kenner der Korrektheit, 
rührt aber Niemanden. Auch hat die neuere Schule der 
Franzosen, unter welchen sich treffliche Talente befinden, von 
Davids Richtung sich längst abgewandt, und ist in ihren guten 
Erzeugnissen Vom falschen Ideale zu einem edeln Naturalismus 
übergegangen, von welchem allein ein Aufsteigen zum wahren 
Ideale möglich wird.   
.,Wie edel, gefühlvoll und erhaben ist im Verhältnis; zu 
den Davidschen Werken die kleinste Zeichnung des verachtet 
gestorbenen Earstensl Wie viel fruchtbringender und sege1isi 
reicher feine begrenzte Thätigkeit für die nach ihm lebenden 
Kiinstlerl David, der sich für einen .Heros seiner Zeit hielt, 
hatte noch den Schmerz seinen kiinstlerischen Ruf zu iiberlebeu, 
indem er die besten jungen Talente eine, von der seinigen 
abweichende, Richtung einschlagen sah. Der ijußere Glanz 
seiner Stellung wurde überdies durch die Rückkehr der Bouri 
bons vernichtet, welche ihn als Königsmörder aus Paris ver: 
bannten. Er suchte ein Asyl in Brjissel und starb bald darauf, 
vielfach angefeindet als Künstler sowie als öffentlicher Charakter 
im Jahre 1826.U  
haben 
viel 
.gEfthwätzt,ss 
sagte 
der 
Jnfpcktor, 
indem
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.