Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der moderne Vasari
Person:
Schadow, Wilhelm von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-222911
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-223373
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eine Gruppe des Theseus mit dem Minotaurus aus, welche 
mit Recht seinen spätern großen Ruhm begründete; für mich 
gehört sie sogar zu dem Schönsten, was er überhaupt in 
seinem Leben gemacht hat. Hier ist ihm das Heroische ge: 
langen, obgleich das Anmuthiges, Leichte, Graziöse seinem in: 
dividuellen Kunstgenius am meisten zuzusagen scheint. Wenige 
Künstler haben wie er eine Vom Gliidke so begiinstigte Lauf: 
bahni durchlebt, doch muß man ihm das große Verdienst zu: 
erkennen, daß er der erste war, welcher dem trauriges: nnd 
ganz manierirten Zopfstil ein Ende machte. Außerdem besaß 
er eine vollendete Meisterschaft in der Behandlung des Mars 
mors. Seine größten Arbeiten sind das Grabmal der Erz: 
herzogin Christine zu Wien und des Papstes Benedict X1V. 
in St. Peter zu Rom. 
,,Man muß anerkennen, daß kein Künstler mehr und so 
ausschließlich seiner Kunst gelebt, als eben Canova. Jn einer 
Zeit, wo Europa von beständigen Kriegen erschüttert wurde, 
Italien den andern Nationen mehr oder minder durch die. 
Herrschaft Napoleons verschlossen war, beschäftigte Letzterer auf 
das großartigste den berühmten Bildhauer und es hat etwas 
Rührendes, daß wiederum Canova seinen unbeschäftigten Kunst: 
genossen, besonders den Kupferstechern, Arbeit und Unterstützung 
nach besten Kräften zukommen ließ; überhaupt hat sein Charakter 
etwas Großes, nnd zeigte sich jederzeit besonders leutselig gegen 
junge aufstrebende Talente.U 
,,Sein Ruhm erfüllt die WelttH rief der Jnspektor, ,,auch 
scheint es mir immer be1nerkenswerth, daß das überlegene 
Genie Thorwaldfens ihn während feines Lebens nicht aus 
dem Sattel heben konnten 
,,Gewiß ist es erfreulich,U erwiedert der Alte, ,,daß sein
        

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