Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Trevelyan, Hannah DuRoi, W.
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-220376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-221116
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England, 
VVU 
GEf4X2kEhte 
Cc1pitel einer der Gesandten habe die Herren seines Gefolges mit Stockschlägen 
III regalirt, wenn immer sie einen Theil ihres Putzes beschmutzt und verloren, 
 und ein anderer sei nur mit Mühe zurückgehalten, seinen Sohn umzus 
bringen, weil dieser das Verbrechen begangen, sich nach französischer Weise 
zu rasiren und anzuziehen. 
Unsere Vorfahren waren daher nicht wenig überrascht, zu erfahren, 
dass ein junger Barbar, der in seinem siel1zehnten Lebensjahr der Autokrat 
über die ungeheuren Länderstrecken geworden war, die sich von den Grtinzen 
Schwedens bis nach China ausdehnen, und dessen Erziehung der eines 
englischen Farmers oder Kleinhändlers bei weitem uachstand, die gigans 
 tischsten Verbesserungspliine ausgel1rütet habe. Er hatte, so erzählte man, 
genug von den verschiedenen Sprachen des westlichen Europas erlernt, 
um mit civilisirten Menschen verkehren zu können, hatte angefangen, sich 
mit befähigten Abentheurern aus allen Theilen der Welt zu umgeben, hatte 
viele seiner jungen Unterthanen ins Ausland gesandt, um dort Sprachen, 
Künste und Wissenschaften zu studiren, und war zuletzt zu dem Entschlusse 
gekommen, als ein Privatmann auf Reisen zu gehen, um durch persön: 
liche Beobachtung das Geheimniss des ungeheuren Gedeihens und der 
unermesslichen Macht zu entdecken, in deren Genusse sich verschiedene 
Staaten befanden, deren ganzes Territorium bei weitem weniger als den 
hundertsten Theil seiner eignen Besit;ungen ansmachte. 
Man hätte denken sollen, dass wohl Frankreich der erste Gegenstand 
seiner Neugier gewesen wäre. Denn die Anmuth und Würde des franzöi 
fischen Königs, der Glanz des französischen Hofs, die Disciplin der frank 
zösischen Heere und das Genie und die Gelehrsamkeit der französischen 
Schriftsteller waren damals in der ganzen Welt berühmt. Allein der 
Geist des Czaren hatte schon früh eine eigenthümliche Richtung einge: 
schlagen, die er bis an sein Ende verfolgte. Sein Reich war von allen 
Ländern am wenigsten geeignet, die Entfaltung einer großen Seemacht zu 
gestatten. Die schwedischen Provinzen lagen zwischen seinen Staaten und 
der Ostsee. Der Bosporus und die Dardanellen trennten sein Gebiet 
vom Mittelmeer. Der Ocean stand ihm nur in einem Breitengrade offen, 
wo die Schiffahrt den größten Theil des Jahrs über schwierig und ges 
fährlich ist. Am Meere hatte er nur einen einzigen Hafen, Archangel, 
und das ganze Seewesen dieses Orts befand sich in fremden Händen. Es 
existirte nicht ein russisches Schiff, das größer war, als ein Fischerboot. 
Aber aus irgend einem Grunde, den man jetzt nic;t wohl mehr verfolgen 
kann, hegte er eine Neigung zu seemännischen Verrichtungen, die sich zu 
einer Leidenschaft, ja in der That fast zur Monomanie steigerte. Seine 
Phantasie beschäftigte sich nur mit Segeln, Segelstangen und Rudern. 
Jener große Geist, gewachsen den höchsten Pflichten des Feldherrn und 
des Staatsmanns, schrob sich zu den kleinlichsten Einzelheiten der Schiffss 
baukunst und der Flottendiseiplin herunter. Der Hauptehrgeiz des großen
        

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