Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Trevelyan, Hannah DuRoi, W.
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-220376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-221741
dem 
unter. Wilhelm 
Dritten. 
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es nuhlos sein würde, an die Wähler zu appelliren, in solcher Situation 
befände, so würde derselbe sofort sein Amt niederlegen nnd seine Gegner 
würden seine Stelle einnehmen. Die Veränderung würde für das Pnblii 
cum sehr vortheilhast sein, sogar, wenn wir annehmen, dass sein Nachs 
folget: weniger taleutvoll nnd fähig wäre, als er selbst. Denn es ist weit 
besser für das Land, ein schlechtes Ministerium zu haben, als überhaupt 
gar keins, und es würde gar kein Ministerium vorhanden sein, wenn die 
Executive mit Männern besetzt wäre, welche durch die Vertreter des Volks 
bei jeder Gelegenheit behindert, verhöhnt und beleidigt werden könnten. 
Dass ein Mann ohne Grundsät;,e über die Majorität des Hauses der Gei 
meinen verfüge, ist ohne Zweifel ein Uebelstaud. Aber wenn dies der 
Fall ist, so wird er nirgend unschädlicher sein, als an der Spiye der 
Staatsangelegenheiten; da er doch schon die Macht besitzt, unsägliches 
Unheil anzurichten, so ist es wünschenswerth, ihm ein starkes Motiv zu 
geben, sich davon fern zu halten, und ein solches Motiv hat er, sobald er 
mit der Administration betrant wird. Schon das Amt an und für sich 
trägt viel dazu bei, Politiker gleichzustellen. Es bringt keineswegs alle 
Charaktere auf ganz gleiche Stufe, aber es leitet hohe Charaktere herunter 
und niedrige hinauf zu einein gemeinschaftlichen Staudpnnete. In der 
Amtsgewalt findet selbst der patriotischste und erleuchtetste Staatsmann, 
dass er die Erwartungen feiner Bewunderer täuschen muss, dass er, wenn 
er etwas Gutes erwirken will, es durch Co1npro1niss beschaffen, dass er 
viele Lieblingspliine aufgeben, viele Sch1uähungen nnd Missbräuche hin: 
gehen lassen muss. Auf der andern Seite verwandelt die An1tsgewalt selbst 
die Laster des nmvtj1digften Abenteurers, seinen selbftsüchtigen Ehrgeiz, 
seine schn1ut,3ige Habsucht, seine Eitelkeit und seine Feigheit in eine Art 
von Gefühl fürs Vaterland. Wie der beutegierigste, grausa1uste Strand: 
dieb, der jemals falsche Lichter aussteckte, um Seeleute in ihren Untergang 
zu locken, sein Bestes thun wird, ein Schiff vor dem Zerschellen an Klippen 
zu bewahren, wenn er an Bord desselben genounnen nnd zum Lootsen ges 
macht ist; ebenso muss der verworfenste Kanzler der Schatzkannner wünschen, 
dass der Handel blähe, dass die Neveuiien gut eingehen, und dass er dahin 
komme, die Abgaben herabzusetzen, statt sie zu erhöhen;  ebenso muss der 
nichtswürdigste erste Lord der Admiralität lieber die Nachricht von einem 
Siege gleich dem am Nil empfangen, wie die von einer Menterei gleich 
der an der Note CMtiudung der ThemseJ. Es ist daher dem Uebel eine 
Gränze gezogen, welches von dein schlechtesteu Ministerium zu befürchten 
wäre, das in England möglicher Weise bestehen könnte. Aber gegen das 
Uebel, kein Ministerium nnd ein Haus der Gemeinen zu haben, das mit 
der Executivgewalt in stetem Kriege liegt, giebt es durchaus keine Schranke. 
Dies stellte sich in den Jahren 1699 nnd1700 augenfällig heraus. Hütten 
die Staatsmänner der Jnnta, sobald sie sich von der Gesinnung des neuen 
Parlaments überzeugt, gehandelt, wie heut zu Tage ähnlich ütuirte Staatss 
8Ys 
Eapitel 
xx1v. 
 TsT7
        

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