Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-217286
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-217490
Geschichte von England, 
Ct1pitel merliches in dieser Rache eines Lebenden an einem Todten, eines Vaters 
H an seinem .KindeVJ. s  
 Die Hoffnungen Jacob7s und seiner Verbannungsgenossen waren jeHt 
größer, als sie seit dem Tage von La Hogue gewesen warens Wirklich was 
ren die Politiker sowohl bei uns wie auf dem Continente fast allgemein 
der Ansicht, dass es Wilhelm unmöglich werden würde, sich viel länger auf 
dem Throne zu erhalten. Ohne die Hülfe seiner Frau, sagte man, würde 
er sich nicht so lange gehalten haben. Ihre Freundlichkeit hatte Viele ges 
wonnen, welche seine eiskalten Blicke und kurzen Antworten zurückgesloßen 
hatten. Ihre englischen Laute, Gefühle und Neigungen hatten viele ent: 
zückt, denen sein holländischer Aecent und seine holländischen Gewohnheiten 
zuwider waren. Obgleich sie nicht zur iHochkirchenpartei gehörte, 
liebte sie doch den Ritus, an welchen sie von Kindheit an gewöhnt 
gewesen war, und machte gern und mit Ehrerbietung einige Eeres 
monten mit, welche er, wenn auch nicht als sündlich, doch als kindisch be: 
trachtete, und an welchen er sich nicht überwinden konnte Theil zu nehmen. 
So lange der Krieg dauerte, musste er nothwendig beinahe die Hälfte des 
 Jahres außerhalb Englands zubringen. Bis jeHt hatte sie, wenn er ab: 
wesend war, seine Stelle vertreten und gut vertreten. , Wer sollte sie jetzt 
vertreten2 Jn, welchen Stellvertreter konnte er gleiches Vertrauen setzen2 
ZU welchem Stellvertreter würde die Nation. mit gleichem Vertrauen auf: 
blicken7 Alle Staatsmänner Europa7s waren daher einstimmig der Ansicht, 
dass seine im beilen Falle schwierige und gefährliche Stellung durch den 
 Tod der Königin noch weit schwieriger und gefährlicher. geworden sei. Aber 
alle Staatsmänner von Europa irrten sich, und seltsamer Weise war seine 
Regierung nach Mariens Tode entschieden glücklicher und ruhiger als bei 
 ihren Lebzeiten. ,  
Fs;;kJsM. Wenige Stunden nachdem er die zärtlichste und geliebtefte Freundin 
verloren hatte, wurde er von dem gesährlichsien aller seiner Feinde be; 
freit. Der Tod war in Paris wie in London geschäftig gewesen. Wähs 
rend Tenifon an Mariens Bette betete, erhielt Luremburg von Bourdaloue 
die lehre Oelung. Der große französische General war am französischen 
Those nie beliebt gewesen; als man aber vernahm, dass sein gebrechlicher 
Körper, erschöpft von Krieg und Genuss, unter einer gefährlichen Krankheit 
dahinsinke, wurde der Werth seiner Dienste zum erfien Male vollsIändig ge: 
würdigt; die königlichen Aerzte wurden hingeschickt, ihm Recepte zu 
verschreiben, die Nonnenv on St. Chr erhielten Befehl, für ihn zu beten; 
aber Gebete und Recepte waren umsonsi. ,,Wie. sich der Prinz von Orass 
 nien freuen wird,tt sagte Ludwig, ,,wenn er; die Nachricht von unserm 
Verluste erhält.ss Er irrte sich. Diese Nachricht fand Wilhelm unfähig, 
an irgend einen Verlust zu denken, als feinen eigenenWJ. 
1695. 
I Dangeau7s TagebH Samt SimonIs Denkw. 
ad Samt Simon; Dangeau; Mvnatl. Mem für Januar 
l695.
        

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