Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-213856
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-214413
unter Wilhelm und Marias 
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Beweggründe hatte, sie auf den Thron zu fegen, war offenbar. An ihres CUplltl 
Vaters Hofe konnte er nie mehr als ein reuiger Verbrecher sein, dessen E. 
Diensie durch Verzeihung mehr als bezahlt waren. An ihrem Hofe wäre NR. 
der Gatte ihrer angebeteten Freundin dasselbe gewesen, was Pipin von 
Heristal und Carl Martel für die Chilperichs und Childeberts. Er wäre 
der Hauptleiter der bürgerlichen und militärischen Verwaltung gewesen. 
Er hätte die ganze Macht Englands, das Gleichgewicht Von Europa in 
Händen gehabt. Große Könige und Nepubliken hätten um seine Gunß 
gebuhlt und ihre Schatzkammern erschöpft, in der Hoffnung, seine Habsucht 
zu sättigen. Die Annahme war daher, dass er, wenn er diecenglischeKrone 
in seinen Händen hatte, sie auf das Haupt der Prinzessin setzen würde. 
Was für ein Beweis zur Bestätigung dieser Annahme vorhanden war, 
ist nicht bekannt; gewiss aber ist, dass Etwas Statt fand, was einige der 
ergebensien Freunde der verbannten Familie überzeugte, dass er eine 
zweite, das Heldenstück von .Salisburh noch übertreffende Verrätherei 
im Sinne hatte. Sie fürchteten, dass, wenn es ihnen in diesem Mskrpps 
Augenblioke gelänge, sich von Wilhelm zu befreien, Jacob7s Lage hofss ET,IZcIke 
nungslofer als je sein würde. So fest waren sie Von der Doppelzüngigi F,JVzZF3,z, 
keit ihres Mitschuldigen überzeugt, dass sie sich nicht nur weigerten, in j;JwWI. 
der Ausführung des von ihm entworsenen Planes weiter zu gehen, sons 
sdern den ganzen Anschlag Portland entdecktest. 
Wilhelm scheint diese Mittheilung bis zu einem Grade beunruhigt 
nnd erbittert zu haben, der bei ihm sehr ungewöhnlich war. Jm Allges 
meinen war er nachsichtig, ja, absichtlich blind gegen die Niederträchtigkeit 
der Engländer, die in seinen Diensten standen. Er argwohnte, ja,,er 
wusste, dass einige seiner Diener in Briefwechsel1nit seinem Nebenbuhler 
standen, und doch bestrafte .er sie nicht, entließ sie nicht, zeigte ihnen nicht 
einmal ein finsteres Gesicht. Er dachte gering, und hatte nur zu guten 
Grund, gering zu denken von jener ganzen Brut von StaaIsmännern, 
welche die Reftauration gebildet und der Revolution als Erbe hinterlasTen 
hatte. Er kannte sie zu gut, um sich zu beklagen, dass er bei ihnen keine 
Wahrhaftigkeit, Treue, Consequenz und UneigennüHigkeit fand. Das Als 
leräußerste, was er Von ihnen erwartete, war, dass sie ihm wenigstens so 
weit dienten, wie sie ihm ohne ernstliche Gefahr für sich selbst dienen 
konnten. Wenn er erfuhr, dass sie, während sie in seinem Rathe saßen; 
während seine Güte sie bereicherte, sich in St. Germain eine Gunst zu 
erwerben suchten, die ihnen im Falle einer Contrerevolution nüHen konnte, 
so war er mehr geneigt, ihnen das verächtliche Lob zu ertheilen, welches 
por Alters der Weltklugheit des ungerechtes: Haushalters ertheilt wurde, 
als sie zu ernster Rechenschaft zu ziehen. Marlboroughts Verbrechen aber 
war Von ganz anderer Art. Sein Verrath war nicht der eines kleinrnü: 
thigen Menschen, der sich auf alle Fälle eine Hinterthi1r offen zu halten 
WkU1lCht, sondern der eines Mannes von unerfchrockenem Muthe, tiefer pos 
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