Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-213856
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-216316
unter Wilhelm und Maria. 
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Frühling kam. Die Kaufleute klagten laut, dass sie schon mehr durch den Eapitel 
Verzug verloren hätten, als sie durch die giückiichste Reise zu gewinnen XX; 
hoffen könnten, und noth waren die .Kriegsschiffe nicht halb bemannt und Mal 
halb verproviantirt. Das Amsierdamer Gescl1wader kam erst spät im April 
an unserer Küste an, das seeländische erst Mitte Mai VI. Es war Juni, 
ehe die ungeheure Flotte, beinahe 500 Segel stark, die Klippen von Engk 
land aus dem Gefichte verlor. 
Tourville war bereits in See und sieuerte südwärts. Aber .Killegrew 
und Delaval waren so nachlässig oder so unglücklich, dass sie keine Nach: 
ticht von seinen Beweg.ungen hatten. Sie betrachteten es anfangs als 
ausgemacht, dass er noch im Hafen von Breit liege. Da kam ihnen ein 
Gerücht zu Ohren, dass man nach Norden zu einige Schiffe gesehen habe 
und sie glaubten, dass er ihre Abwesenheit benutze, um die Küste von Des 
vonshire zu bedrohen. Es scheint ihnen gar nicht eingefallen zu sein, dass 
er eine Verbindung mit dem Ges4hwader von Toulon bewirkt haben und 
in der Nähe .von Gibraltar mit Ungeduld auf seine Beute warten konnte. 
Nachdem sie daher die, Smhrnaflotte etwa 200 Meilen über Uschant hinaus 
begleitet hatten, ki1ndigten sie am S. Juni ihre Absicht an, sich von Rooke 
zu trennen. Rooke machte Vorstellungen, aber vergeblich. Er rnusste sich 
fügen und mit.seinen zwanzig Kriegdschifsen nach dem mittelländischen 
Meere weiter segeln, während seine Vorgesetzten mit der übrigen .Kriegsi 
.flotte nach dem Canale zurückkehrten. 
Um diese Zeit wurde in England bekannt, dass Tourville in der Stille 
sBrest verlassen hatte und eilte, zu Esir6es zu stoßen. Killegrew7s und Des 
lavalls Rückkehr erregte daher große Unruhe. Ein Schnellsegler wurde 
augenblicklich abgeschickt, um Rooke vor seiner Gefahr zu Warnen; aber die 
Warnung gelangte nie zu ihm. Er segelte mit günstigem Winde nach 
dem Cap St. Vincent und erfuhr dort,  dass einige sranzbsische Schiffe in 
der benachbarten Bat; von Lagos lägen. Die erste Mittheilung, welche er 
empfing, verleitete ihn zu dem Glauben, dass ihrer nur wenige seien, und 
sie verbargen ihre Stärke so geschickt, dass er erst, als sie eine halbe Stunde 
Fahrt von ihm entfernt waren, inne wurde, dass er der gesammten Sees 
macht eines großen Köuigreichs gegenüberstand. Gegen vierfache Uebers 
marht zu kämpfen, wäre Wahnsinn gewesen. Es war schon viel, wenn ed 
ihm gelang, sein Geschwader vor gänzlicher Vernichtung zu retten. Er 
wandte seine ganze Kunsi an. Zwei oder drei hol1ändifche .lcriegsschiffe, 
welche im Hintergeschwader waren, opserten sich muthig, um die Flotte zu 
retten. Mit der übrigen Kriegsflotte,und etwa sechszig Kauffahrteischiffen 
gelangte Rooke sicher nach Madeira und von dort nach Cork. Aber mehr 
als Z00 der von ihm escortirten Schiffe wurden über den Ocean zerstreut. 
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II Lond. Zeit, 
VI. 
APcs1 
Mai 
I693. 
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