Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-213856
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-216281
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England, 
Geschichte von 
Capitel Jahrhunderte hindurch in der Geschichte als das Schlachtfeld der krieges 
L rischsien Nationen Europa7s berühmt ist, hat nur zwei schrecklichen Tage 
MS. gesehen, den Tag von Malplaquet und den Tag von Waterloo. Monate 
lang war der Boden mit Schädeln und Gebeinen von Menschen undPfers 
den und mit Bruchstücken von Hirten und Schuhen, Sätteln undssHalftern 
bestreut. Den nächsten Sommer schossen aus dem mit 20,000 Leichnamen 
gedüngten Boden Millionen von Mohnköpfen hervor. Der Reisende, weis 
eher auf der Landstraße von St. Tron nach Tirlemont diese große Fläche 
von reichem Scharlach sich von Landen bis Neerwinden ausbreiten sah, 
konnte sich kaum des Gedankens erwehren, dass die sigürliche Prophezeiung 
des hebräifchen Propheten sich bnchsiäblich erfüllt habe, dass die Erde ihr 
Blut enthüllte und die Erschlagenen zu bedecken sich weigerte VI. 
Obgleich die Sonne noch hoch am Himmel stand, als Wilhelm über 
die Gerte ging, fand doch keine Verfolgung Statt. Die Sieger waren 
durch den Marsch und den Kampf so erschöpft, dass sie sich kaum bewegen 
konnten, und die Pferde waren in noch sthlechterem Zustande als die Sol: 
daten. Ihr General hielt es für nöthig, ihnen einige Zeit zur Ruhe und 
Erholung zu gönnen. Die französischen Edelleute luden ihre Packpferde 
ab, speisien vergnügt zu Abend und tranken mitten unter den Haufen der Todten 
einander in Champagner zu, und als die Nacht hereinbrach, legten sich 
ganze Brigaden zufrieden nieder, um in ihren Reihen auf dem Schlachtfelde 
zu schlafen. Luremburg7s Unthätigkeit entging dem Tadel nicht. Niemand 
konnte läugnen, dass er im Treffen selbst große Geschicklichkeit und Energie 
bewiesen hatte. Aber Manche klagten, dass es ihm an Geduld und Aus: 
dauer fehle. Andere ntunkelten, er trage gar kein Verlangen, einen Krieg 
zu Ende zu führen, der ihn einem Hofe, wo ihm in Friedenszeiten niemals 
Gunst oder auch Gerechtigkeit widerfahren war, unentbehrlich machte VII. 
Ludwig, der beis dieser Gelegenheit vielleicht nicht ganz frei von einigen 
Regungen der Eifersucht war, wusste, wie man sich erzählte, in das Lob, 
welches er seinem Feldherrn spendete, einen Tadel zu mischen, der, wenn 
 auch fein ausgedrückt, doch vollkommen verständlich war. ,,Jn der Schlacht,9 
sagte er, ,,hat sich der Herzog von Lnren1burg wie Cond6 benommen, und 
der Prinz von Oranien nach der Schlacht wie Türenne.tt 
In der That konnten die Geschicklichkeit und Energie, womitWilhelm 
seine furchtbare Niederlage wieder gut machte, wohl Bewunderung erregen. 
 s,Jn einer Beziehung,tt sagte der Admiral Coligny, ,,kann ich eine Uebers 
legenheit über Alexander, über Scipio, über Cäsar in Anspruch nehmen. 
II Brief von Lord Perth .an seine ScbwcskrI, 17s Juni 1694. 
uJ Saht Simon erwähnt des gegen den Marschall ausgesprochenen Tadels. 
Feuquii3res, ein sehr guter Rid,1tek, sagt uns, Luxemburg sei mit Unrecht getadelt 
worden; denn die französ7scbe Armee sei durch ihre Verluste zu sehr geschmäht ges 
wesen, um den Sieg zu benagen.
        

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