Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-213856
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-216060
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England, 
GIsEbidhte von 
Capitel Gunsi firebten, erkünstelt wurde. Sein Palast hatte das Ansehen eines 
 XX Klosters. In dem geräumigen Gebäude waren drei gottesdienßliche Orte. 
NR. Dreißig bis vierzig Geistliche wohnten im Hause, und ihre Zimmer wurs 
den von Edelleuten und Gentlemen, die dem Geschicke ihres Herrschers ge; 
folgt waren, und die es für hart hielten, dass sie, bei so viel Raum uns 
ter seinem Dache, genöthigt waren, in den Dachkanunern der benachbarten 
Stadt zu schlafen, mit neidischen Augen angesehen. , Unter den Unzufries 
denen war auch der glänzende Anthonh Ha1nilton. Er hat uns eine Skizze 
von dem Leben in St. Germain hinterlassen, eine leicht hingcworfeneSkizze 
zwar, aber nicht unwürdig des Künstlers, dem wir das vollendetste und am 
lebendigsien gefärbte Bild des englischen Hofes, zur Zeit als derselbe am 
heitersten war, verdanken. Er klagt, daH das ganze Leben eine ewige Wie: 
derholung religiöser Uebungen sei, dass man, anstatt ruhig zu leben, den 
 halben Tag in Andacht oder in dem äußeren Scheine der Andacht hin, 
bringen müHe, dass, wenn er seine Schwermuth durch einen Athemzug 
in der frischen Luft jener herrlichen Terrasse, welche auf das Seinethal nie: 
derscbaut, zu zerstreuen versucht, das Geschrei eines Jesuiten ihn wegges 
trieben habe, der sich einiger unglücklichen protestantisci.ven Lohalistenibe2 
1nächtigt hatte und ihnen bewies, dass kein siehet in den Himmel kommen 
könne. Ja der Regel, sagte Hamilton, haben Leute, welche unter einem 
gemeinsamen Unglück leiden, ein starkes Mitgefühl für einander und sind 
geneigt, einander gefällig zu sein. So aber war es in St. Ger1nain nicht. 
Da war Alles Zwietracht, Eifersucht, Bitterkeit. Die Bosheit verbarg sich 
 unter dem äußeren Scheine der Frenndsehaft und Frömmigkeit. Alle, Hei; 
ligen des königlichen Hofsiaates beteten für einander und verlästerten einccns 
der vom Morgen bis zum Abend. Hier und da unter der HeuOlerscbaar 
konnte man einen Mann bemerken, der zu hochgesinnt war, um zu heucheln. 
Aber so vortheilhaft ein solcher Mann anderswo sich hätte bekannt machen 
können, von den Jnfafsen jenes widrigen Aufenthaltes konnte er gewiss 
sein mit Geringschätzung behandelt zu werden O. 
 Der Art war Jacob7s Hof, wie ihn ein Katholik schildert. Aber wie 
unangenehm jener Hof auch einems.Katholiken gewesen fein mag, so war er 
doch noch unendlich unangenehmer für einen Protestanten. Denn der 
Protesiant hatte zu allem Widerwärtigen , worüber sich der Katholik bei 
klagte, noch eine Menge von Quälereien zu erdulden, von welchen der 
Katholik frei war. Wo immer ein Proteftant und ein .lkatholik zusammen 
einen Anspruch erhoben, da wurde der Katholik vorgezogen. In jedem 
Streite zwischen einem Protesicmten und einem Katholiken wurde anges 
nommen, dass der Katholik im Rechte sei. Während der ehrgeizige Brote: 
staut vergebens ausBeförderung wartete, während der vergnügungssüchtige
        

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