Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-209976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-211047
unter Wilhelm und Maria. 
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,,Der Bischof von Salisburh,lI sagte Tillotson,s ,,ist einer der besten und Eapttel 
einer der schlechtesien Freunde, die ich kennest L 
Was für Burnet kein Geheimniss war, konnte 1uöglicher Weise nicht Mo. 
lange für irgend Jemand ein Geheimniss bleiben. Bald rannte man sieh EZ;IfIT3 
überall ins Ohr, dass der König Tillotson zum Nachfolger Sancrost7sDMs 
ausersehen habe. Die Nachricht war für Compton, der natürlicher Weise 
seine eigenen Ansprüche für unvergleichlich groß hielt, furchtbar kränkend. 
Er hatte die Königin und ihre Schwester erzogen, und dem Unterrichte, 
Welchen sie von ihm empfangen, konnte mit Recht, wenigstens zum 
Theil, die Festigkeit zugesehrieben worden, womit sie, trotz des Einflusses. 
ihres Vaters, der Staatskirche treu geblieben waren. Compton war übers 
dies der einzige Prälat, der unter der vorigen Regierung im Parlamente 
seine Stimme gegen das Dispensationsrecht erhoben, der einzige, der von 
der Höhen Con1mission suspendirt worden war, der einzige, der die Einla: 
dung an den Prinzen von Oranien unterzeichnet, der einzige, der wirklich 
gegen den Papismus und die Willkührherrschaft die Waffen ergriffen, der 
einzige, außer noch einem, der gegen eine Regentschast gestimmt hatte. 
Unter den Geistlichen der Provinz Canterburh, welche die Eide geleistet 
hatten, stand er im Range am höchsten. Er hatte daher einige Monate 
hindurch das Amt des Primas als Stellvertreter versehen, er hatte die 
neuen Herrscher gekrönt, die neuen Vischöfe geweiht und sollte eben jeHt 
den VorsiH in der Convoeation führen. Dazu kam, dass er der Sohn 
eines Grafen war und dass kein Mann von gleich hoher Geburt damals 
auf der Vischofsbank saß, oder jemals seit den Zeiten der Revolution auf 
derselben gesessen hatte. Dass die Regierung einen Priester seiner eigenen, 
Diöcese über ihn stellte, einen Mann, der der Sohn eines Tuchhändlers 
in Yorkshire war und sich nur durch Talente und Tugenden auszeichnete, 
war empörend, und Compton, obwohl durchaus kein Mann von schlechtem 
Herzen, war sehr empört. Vielleicht wurde sein Verdruss noch vermehrt 
durch die Betrachtung, daß. er für die SaEhe derjenigen, von welchen er 
seht so hintangeseHt wurde, Manches gethan hatte, was sein Gewissen ge: 
drückt und seinen Ruf befleckt, dass er einmal die unredlichen Künste eines 
Diplomaten angewandt, ein anderes Mal seinen Amtsbrüdern dadurch ein 
Aergerniss gegeben, dass er den ledernen Keller und die Kanonenstiefeln 
eines Soldaten getragen hatte. Er konnte Tillotson keines ungemessenen 
Ehrgeizes beschuldigen. Aber obgleich Tillotson gar keine Lust hatte, selbst 
das Erzbisthum anzunehmen, so gebrauchte er doch seinen Einfluss nicht 
zu Gunsten Comptonts, sondern empfahl ernstlich Stillingfleet als denjenis 
gen, der am meisten geeignet sei, die Oberaussicht über die Kirche von 
England zu führen. Die Folge davon war, dass am Vorabend der Zu: 
sammenkunft der Convocation der Bischof, welcher an der SpiHe des Ober: 
hauses stehen sollte, der persönliche Feind des Presbyters wurde, den die 
Regierung an der Spihe des Unterhauses zu sehen wünschte. Dieser Zwist
        

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