Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-206826
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-207752
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Geschichte von 
Englands 
Capitel irgend einer Centralbehörde regiert werde, möge dieselbe nun Papst, Po: 
.7F..triarcb, König, Bischof oder Shnode heißen, eine der heiligen Schrift zu: 
 widerlaufende Einrichtung, und jedes Gemeinde von sGläubigen unter Chri: 
stus eine sonveräne GeseUschaft sei. Der Vaptist war noch weniger zu 
überzeugen als der Jndependent, und der Quäker noch weniger als der 
Baptift. Zugeständnisse, welche einstmals den Nonconformismus ganz vers 
nichtet haben würden, hätten daher jeHt nicht einmal die Hälfte der Nun: 
conformisten befriedigt, und jeder Nonconsormist, welchen kein Zugeftänds 
nisf befriedigen konnte, hatte ein augenscheinliches Jnterefse dabei, daß 
auch keiner seiner Glaubensbrüder zufrieden gestellt werde. Je großknüthi: 
ger die Bedingungen der Vereinigung waren, welche die Comprehensions: 
bill anstrebte, um so größer war der Schrecken jedes Separatisten, welcher 
musste, dass er in keinem Falle darin mitbegriffen werden konnte. Es 
war zwar nur eine schwache.sHofsnung vorhanden, dass die Dissenters, 
wenn sie ungetheilt und wie ein Mann auftraten, sich von der GeseHge; 
bung vollen Zutritt zu politischen Vorredhten würdest verschaffen können; 
aber alle Hoffnung, diesen Zutritt zu erhalten, musste aufgegeben werden, 
wenn es Nottinghain mit Hülfe einiger wohln1einenden aber kurzsichtigen 
Freunde religiöser Freiheit möglich wurde, seine Absicht durchzuführen. 
Wenn seine Bill durchging, so war mit Sicherheit voraussehen, dass ein 
beträchtlicher Abfall von der Diffenterpartei Statt finden würde, und 
jeder Abfall mußte von einer an sich schon in der Minderzahl befindlichen, 
entmuthigten und gegen mächtige Feinde,kämpfenden Partei schwer etnpfun: 
den werden. Auch musste jeder Proselht zwei Mal in Rechnung gebracht 
werden, einmal als ein Verlust für die selbst jeHt zu schwache,und dann 
als ein Gewinn für die selbst seht zu starke Partei. Die Kirche war nur 
zu gut im Stande, sich gegen alle Secten im Königreiche zu vertheidigen, 
und wenn diese Seelen noch durch starke Desertion gelichtet und die 
Kirche durch große Verstärkung gekräftigt wurde, so war es offenbar mit 
aller Hoffnung, eine Milderung der Testacte zu erlangen, vorbei, und es 
 war nur zu wahrscheinlich, dass die Toleranzacie bald wieder abgeschafft 
werden würde. 
Selbst diejenigen presbhterianischen Geistlichen, deren Gewifsenszweifel 
die Co1nprehensionsbill ausdrücklich bestimmt war zu beseitigen, wünsshten 
keineswegs einstimmig das Durchgehen derselben. Die tüchtigsten und be; 
redtesten Prediger unter ihnen hatten seit dem Erscheinen der Jndulgenzs 
erklärung sehr angenehme Stellungen in der Hauptstadt und anderen gro: 
ßen Stadien gefunden und wollten nun eben unter dem sicheren Schuhe 
einer Parlamentsacte jener Duldung genießen, welche unter der JnduIs 
genzerklärung ungeseHlich und unsicher gewesen war. Die Lage dieser 
Männer war von der Art, dass die große Mehrzahl der Geistlichen der 
Staatskirche sie wohl darum beneiden konnte. Jn der That waren wes 
nige Pfarrgeisiliche so reichlich mit den Bequemlichkeiten des Lebens ver:
        

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