Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-206826
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-207739
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GFfIhkdhte von 
England, 
Capitel ten, keineswegs geneigt waren, für die LehrsäHe der Kirche N zu 
L kämpfen; Vielmehr hat sich fThDU Von Jacob7s I. Zeiten an jene große 
ERST Partei, welche ganz besonders für die anglicanische Kirchenverfassung und 
den anglicaniscl7en Ritus geeifert hat, immer stark gegen den Armik1icmis2 
mus aufgelehnt und ist daher nie einem Glaubensbekenntnisse sehr geneigt 
gewesen, welches von Reformatoren ausgegangen war, die in Fragen me, 
taphysischer Theologie im Allgemeinen mit Calvin übereinstimmen. Eins 
der charakteristischen Merkmale dieser Partei ist, dass sie immer mehr Mk, 
gnug gezeigt hat, in Bezug auf Punkte der dogmatisihen Gotteslehre sich 
lieber auf die Liturgie, welche aus Rom stammte, als auf die Artikel und 
Ho1nilien, welche aus Graf stammten, zu berufen. Dagegen haben die 
calvinisiischen Mitglieder der Kirche innner behauptet, dass die richtige 
Meinung derselben über diese Punkte mit größerer Sicherheit in einem 
Artikel oder einein Dankgebete zu finden sei. In der Debatte über die 
Co1nprehensionsbill scheint kein einziger Hochkirchenmann seine Stimme 
gegen dies Clausel erhoben zu haben, welche die Geisilichkeit von der Vers. 
pflichtung, die Artikel zuunterscl;reiben und die in den Homilien ent: 
haltene Lehre für richtig zu erklären, freisprach. Ja, die Erklärung. 
welche in dem Originalentwurf den Artikeln substituirt wurde, erhielt in 
der PlenarsiHung H; bedeutende Milderungen. Nach der fchließiichen Faß 
sung des Paragraphen verlangte man von den Geistlichen der Staats: 
kirche nicht die Erklärung, dass sie ihre SaHungen billigten, sondern nur, 
dass sie sich denselben unterwiirfen. Wäre die Bill Gesetz geworden, so weis 
ren die Dissenterprediger die einzigen Menschen im Königreiche gewesen, 
welche genöthigt gewesen wären, die Artikel zu unterzeichnen.VMJ 
Die Leichtigkeit, mit welcher die eifrigen Freunde der Kirche das 
Glanbensbekeuntniss derselben aufgaben, bildet einen schlagenden GegensaH 
zu dem Muthe, mit welchem sie für ihre Verfassung und ihren Ninus 
känipften. Der Paragraph, welcher presbyterianische Geis1liche ohne 
bifchöfliche Weihe zu Pfründen zuließ, wurde verworfen. Der Paragraph, 
welcher bedenklichen Leuten erlaubte, ßHend zu comn1uniciren, entging mit 
genauer Noth demselben Schicksale. Jm Aussc;usse wurde er ausgeworfen 
und im Plenum mit großer Mühe wieder aufgenommen. Die Mehrzahl 
II Der Leser wird ein für alle Mal darauf aufmerksam gemacht, dass wenn 
im Laufe des Werkes von der Kirche schlechthin die Rede ist, immer die ang lis 
canifche Kirche darunter verIianden werden muss. 
 Anmerk. d. Uebers. 
III Im Originale: on the kepokt, d. h. bei der Bericbterstattung müder die 
Ausschussverhnndlungen. Vgl. über den Geschäftsgang die Anm. zu Bd. Z. S. 
352 d. Uebers.  Anm. d. Uebers 
US Die Abneigung der sHochkirchenmänner gegen die Artikel ist Gegenstand cis 
net merkwürdigen Flugschrift aus dem Jahre 1689, betitelt: Gespräch zwischen Tii 
motbeus und Titus. .
        

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