Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-206826
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-207410
40 
Mit 
GeHkchte 
England, 
Capitel auch nur zu verstehen. Während seiner ganzen Regierung ließ ersieh 
L. auch nicht Ein Mal im Theater sehen. VI Die Dichter, welche Pindariscl;e 
MS Oben zu seinem Lohe schrieben, beklc1gten sich, dass ihr erhabener Gedans 
kenflug über seinen Horizont gehe VI. Wer die paneghrische Poesie jener 
Zeit kennt, wird der Meinung fein, daN Wilhelm durch feine Unkunde 
nicht viel verloren habe. 
Bkrikb3heie Seine Frau that dagegen ihr Möglichfies, um zu ersehen, was ihm 
Manns. fehlte, und war vortrefflich dazu geschaffen, an der Steige des Hofes zu 
stehen. Sie war von Geburt, und auch in ihren Neigungen und Empfcn, 
dungen Engländerin. Ihr Gesicht war hübsch, ihre Haltung majestätisch, 
ihr Charakter sanft und lebhaft, ihre Manieren freundlich und ann1uthö2 
voll. Ihr Geist war rege, obwohl nur sehr unvollkommen ausgebildet. 
Ihrer Unterhaltung fehlte es nicht an weiblichem MutterwiH und weih: 
licher Schlauheit, und ihre Briefe waren hinsichtlich des Ausdrucks so gut, 
dass sie verdient hätten, es auch hi11i7tI2kIECH Ver Okkk2VgWPhie zu sein. 
Sie fand großes Vergnügen an den leichteren Gattungen der Litteratur 
und that MancheS dazu, Bücher zur Modesache bei den Damen von 
Stande zu machen. Die fleckenlose Reinheit ihres Privatlebens und ihre 
strenge Beobachtung der religiösen Pflichten waren um so achtungswerther, 
da sie in hohem Grade frei von Tadelsucht war und die Lästerung eben 
so wenig Aufmunterung durch sie fand, wie das Laster. In der Abnei; 
gung gegen Verleumdung stimmte sie zwar mit ihrem Gatten herzlich 
überein, aber beide äußerten diese Abneigung in sehr verschiedener und 
charakteristischer Weise. Wilhelm schwieg ganz still und warf dem Ohren, 
bläser einen Blick zu, ,,derii  wie Jemand sich ausdrückt, der einen sol2 
then Blick einmal erhalten hatte und sich seht hütete, ihn zum zweiten 
Male zu erhalten,  ,,einem die Geschichte wieder in die Kehle hinunter: 
stieß.it END Marie hatte die Manier, Klatschereien von Entsührungen, 
II Tntchin7s Beobachter, Nov. 16. t706. 
VI Prior, welchen Wilhelm mit großer Güte behandelte, und der sehr dankbar 
dafür war, berichtet uns, dass der König nichts Von poetisther Lobrednerei verstanden 
habe. Die Stelle steht in einem sehr merkwürdigen Manuskript, welches dem Lord 
Lansdowne gehört. 
NO Mc3.m. orig. sur le rägne et la cour de Fk6dkZric L, Rai de Frasse, 
s3crits p. Christ0p11e, Comte de D0hna. Berlin, I883. Es iß auffallet1d, dass 
dieses interessante Buch in England beinahe unbekannt ist. Das einzige Exemplar, 
welches ich je davon gesehen habe, wurde mir von Sie Robert Adair gittigst mits 
getheilt. ,sDer König,ts sagt Dohna, ,,hatte noch eine sehr schät3bare Eigenschaft, 
nämlich die, dass er es nicht liebte, wenn man Jemand durch Spöttereien zu schas 
den suchte. Der Marquie3 de la Foröt wollte seine Majestat auf Kosten eines engs 
lischen Edelmannes belustigen. ,,Der Ftirst,ts sagt Dohna, ,,nahm seine strenge 
Miene an und sah ihn, ohne ein Wort zu sagen, mit einem Blicke an, dass ihm 
die Worte wieder in den Leib zuriickgingen. Der Marquis beklagte 
sich einige Stunden darauf bei mir darüber. ,,Jcl,t habe einen großen Missgriff ges 
than,st sagte er, ,,ieh habe aus Kosten Lord N.7s den Angenehmen spielen wollen,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.