Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-206826
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-207398
Z8 
von England, 
GcscbiEhte 
Capitel 
XI. 
TR7 
ohne Verwüstung hatte er einen Sieg gewonnen, gegen welchen alle Siege 
Gusiav7s nnd Türenne7s unbedeutend waren. Jnnerhalb weniger Wochen 
hatte er die gegenseitige Stellung aller europäischen Staaten verändert 
und das Gleichgewicht wiederhergesiellt, welehes durch das Uebergewicht 
Einer Macht zerstört worden war. Die auswärtigen Nationen ließen sei: 
nen großen Eigenschaften volle Gerechtigkeit widerfahren. In kiffen Lein, 
dem des Continents, wo protestantische Gemeinden sich versammelten, 
wurden inbri1nstige Dankgebete an Gott gerichtet, der aus dem Geschlechte 
seiner Diener Morit;, des Besreiers von Deutschland, und Wilhelms, des 
Befreiers von Holland, einen dritten Befreier, den weisesten und mächtig: 
Ren von allen, habe hervorgehen lassen. Ju Wien, in Madrid, ja in 
Rom wurde der muthige und kluge KeHer als das Haupt des großen 
Bundes gegen das Haus Bourbon in Ehren gehalten, und selbst in Ver: 
sailles war der Hass gegen ihn reichlich mit Bewunderung gemischt. 
Bei uns urtheilte man weniger günstig über ihn, und wirklich sahen 
ihn unsere Voreltern in dem allerungünftigften Lichte. Die Franzosen, die 
Deutschen und die Jtaliener betrachteten ihn aus solcher Entfernung, dass 
sie nur unterscheiden konnten, was groß an ihm war, und kleine Flecken 
ihnen unsichtbar blieben. Den Holländern stand er nahe, aber er war 
selbst ein Holländer. Jn seinem Verkehr mit ihnen erschien er am met: 
sten zu seinemBortheil; bei ihnen fühlte er sich vollkommen ungezwungen, 
und aus ihnen hatte er seine frühesten und liebsten Freunde gewählt. 
Der Gesichtspunkt aber, aus dem die Engländer ihn sahen, war ein höchst 
unvortheilhafter. Er stand ihnen gleichzeitig zu nahe nnd zu fern. Er 
lebte unter ihnen, so daß selbst die geringste Eigenthümlichkeit seines 
Charakters und seiner Gewohnheiten ihrer Beachtung nicht entgehen 
konnte. Und doch lebte er abgesondert von ihnen und blieb bis zuleHt 
ein Fremder in Sprache, Neigungen und Gewohnheiten. 
Lange war es eine iHaUptVerrichtungen unserer Herrscher gewesen, an der 
Spitze hauptsicidtifchen Gesellschaft zu stehen. Dieses Amt hatte Carl II. mit 
außerordentlichem Glücke versehen. Seine gewandten Verbeugungen, seine 
hübschen kHistörchen, seine Art zu tanzen und Ball zu spielen, der Klang 
seines herzlichen Geläthters, waren ganz London bekannt. Einen Tag sah 
man ihn unter den 11l1nen von St. Jamespark mit Drhden über Poesie 
plauderniiJ. ein anderes Mal lag sein Arm ans Thomas Durseh7s Schulter. 
und seine Majesttit stinnnte ein, während sein Begleiter sang: ,,Phillida, 
Phillidali oder ,,Zu Rossi, brave Jungen, nach Newmarket, zu Rofs UND 
Jacob war, bei weit weniger Lebhaftigkeit und Gut1nüthigkeit, zugänglich 
und gegen diejenigen, welche ihm nicht in die Queer kamen, höflich. Aber 
an dieser Umgänglichkeit fehlte es Wilhelm ganz und gar. Er kam selten 
Von 
in Spenre9s Anekdotcn 
67. 
H S. die Erzählung 
MebailIe. 
VI Guardian, Nro. 
Ursprungt 
dem 
VDU 
Dryden.s
        

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