Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-206826
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-209843
Wilhelm und 
sunter 
Maria. 
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In beiden Schlachten war der Schrecken der regulären Truppen, trotz des Capitel 
ausgezeichneten Beispiels von Muth, welches ihre Generale gaben, ganz.ZF.1:.. 
besonders entehrend. Es verdient auch bemerkt zu werden, dass der eine MAY. 
dieser beiden außerordentlichen Siege von Celten über Sachsen, der andere 
von Sachsen über Celten gewonnen wurde. Der Sieg von Killiecrankie 
indeHen, obgleich weder glänzender noch wichtiger als der von Newton 
Butler, ist bei weitem berühmter, nnd der Grund davon liegt auf der 
Hand. In Schottland haben sich der Angelsachse und der Celte versöhnt, 
nie aber in Jrland. In Schottland sind alle Großthaten beider Stamme 
in eins zusammengeworfen worden und werden als der gemeinsame Ruhm 
des ganzen Landes betrachtet. Die alte Abneigung ist so vollständig ers 
loschen, dass nichts gewöhnlicher ist, als einen Tieflcinder mit Wohlgefallen 
und selbst mit Stolz von der demüthigendsten Niederlage reden zu hören, 
welche seine Vorfahren jemals erlitten haben. Es würde schwer sein, E 
irgend einen ausgezeichneten Mann zu nennen, in welchem das Naiionals 
gefühl und das Clangesühl stärker gewesen wären, als in Sirt Walter 
Scott. Und doch schien Sir Walter Seott, wenn er von Killiecrankie 
sprach, ganz zu vergessen, daH er ein Sachse, dass er von demselben 8Blute 
und von derselben Sprache war, wie Ramsahis Fußvolk und Annandaleis 
Reiter. Sein Herz schwoll von Siegesfreude, wenn er erzählte, wie die 
Männer seines eigenen Stammes vor einer kleineren Zahl von Kriegern 
anderer Raee und anderer Sprache wie Hasen geflohen waren. 
Ja Jrland ist der Groll noch nicht versöhnt. Der Name Newton 
Bntler, den eine Minorität mit höhnischer Freude ausspricht, ist der gros 
ßen Mehrzahl der Bevölkerung verhasst. Wenn ein Denkmal auf dem 
Schlaä;tfelde aufgestellt würde, so würde es wahrscheinlich verunsialtet 
werden; wenn in Cork oder Waterford am Jahrestage der Schlacht ein 
Fest gefeiert würde, so würde es wahrscheinlich durch Gewaltthätigkeiten 
unterbrochen werden. Der berühmteste irische Dikhter unserer Zeit würde 
es für einen Verrath an seinem Vaterlande gehalten haben, das Lob der 
Sieger zu singen. Einer der gelehrtesten und sleißigsien irischen Archäos 
logen unserer Zeit hat sich, allerdings ohne großen Erfolg, bemüht zu 
beweisen, dass der Ausgang der Schlacht durch einen bloßen Zufall, welchen 
die englische Bevölkerung sich nicht als Ruhm anrechnen könne, entschies 
den worden sei. Man kann sich nicht wundern, dass der Sieg der Hoch: 
länder mehr gefeiert wird, als der der Enniskillener, wenn man bedenkt, 
dass der Sieg der Hochländer für ganz Schottland ein Gegenstand des 
Stolzes, der Sieg der Enniskillener dagegen für dreiViertheile von Jrland 
ein Gegenstand der Scham ist.  
So weit die großen Jnteressen des Staates dabei in Betracht kamen, 
war es ganz gleichgültig, ob die Schlacht von Killiecrankie verloren oder 
gewonnen war. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass selbst Dundee, wenn 
er den glorreichsten Tag seines Lebens überlebt, die Schwierigkeiten hätte
        

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