Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-206826
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-209488
untcr Wilhelm und 
Maria. 
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seine Zeit herab dem Rothwilde der Grampians nachstellten, und von sei, Capitel 
net Hand starb die letzte dieser wilden Bestien, die, so viel man weiß, auf XII 
unserer Insel umhergestreift ist. Aber Lochiel zeichnete sich eben so sehr MS. 
durch geistige wie durch körperliche Kraft aus. Gebildeten und gereiften 
Engländern, welche unter Busbh in Wesiminster und unter Aldrich in 
Oxford die Classiker siudirt, unter Mitgliedern der ,,Königlichen Acades 
miell etwas von den Wissenschaften und in den Gallerien von Florenz 
und Rom etwas von den schönen Künsten gelernt hatten, mochte er wohl 
unwissend erscheinen. Aber obgleich Lochiel sehr wenig Vüchergelehrsamkeit 
hatte, war er außerordentlich weise im Rathe, beredt in der Debatte, fand 
leicht Auskunftsniittel und verstand die Kunst, die Charaktere der Mens 
schen zu behandeln. Sein Verstand bewahrte ihn vor den Thorheiten, zu. 
welchen seine Mithäuptlinge sich leicht durch Stolz und Zorn hinreißen 
ließen. Deshalb nannten viele, welche seine Mithänptlinge als bloße 
Barbaren betrachteten, seinen Namen mit Hochachtung. Selbst bei der 
holländischen Gesandtschaft in St: James7s Square sprach man von ihm 
als von einem Manne von solcher Fähigkeit und solchem Mnthe, dass es 
nicht leicht sein würde, seines Gleithen zu finden. Als Beschützer der Literatur 
gebührt ihm ein May neben dem freigebigen Dorset. Wenn Dorset aus 
seiner eigenen Tasche Drhden einen Jahrgehalt gab, welcher den Einkünfs 
ten seiner Stelle als iHofdichter gleich kam, so soll Lochiel einem berühmten 
Barden, der von Räubern ausgeplündcrt worden war und in einer pathe: 
tiscben gaelischen Ode um Almosen bat, drei Kühe und die fast unglaubs 
liche Summe Von funfzehn Pfund Sterling geschenkt haben. Jn der 
That, der Charakter dieses großen Häuptlings wurde schon 2500 Jahre 
vor seiner Geburt geschildert, und zwar  so groß ist die Macht des 
Genies  in,Farben,sdie eben so lange nach seinem Tode frisch bleiben werden. 
Er war der Ulhsses der sHochlande. N 
Er besaß ein weites Gebiet, bewohnt von einer Menschenart, die keis 
nen Herrn, keinen König verehrte, als ihn selbst. Für dieses Gebiet war 
er indessen dem Hause Arghle lehnspflichtig. Er musste seinen Lehenss 
I S. die höchst interessanten ,,Denkwiirdigkeiten von Sie Ewan Camewn 
von Lochiel,sI gedruckt in Edinburg für den Abbatsfvrd Club, 1842. Das Ms. 
muss wenigstens ein Jahrhundert älter gewesen sein. S. auch in demselben Bande 
den Bericht von.Sir Ewan,s Tode, aus den BalhadiesPapieren abgedruckt. Ich 
darf nicht unekwiihnt lassen, dass der Verfasser der Denkwürdigkeiten Sie Ewan7s, 
obwohl augenscheinlich über die Angelegenheiten der Hochlande und die Charaitere 
der bedeutendsten Häuptllnge gut unterrichtet, in Beziehung auf die englische Politik 
und Geschiihte höchst unwissend war. Jch will anführen, was Van Citters über 
Lochiel an die Generalstaaten schrieb, M 1689; ,,Sik Ema Camekon; gen 
man  soc: ik book v8n die heut lange gekenl: en d3gelyk hebben mec1e 
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