Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-206826
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-208806
unter Wilhelm und Maria. 
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nach ihrer Wahl, sollten abziehen können. Sie forderten für die genaue 0Tapltel 
Erfüllung dieser Bedingungen Geißeln nnd verlangten, dass dieselben   
an Bord der in Longh Fohle liegenden Flotte gesandt werden sollten. NO. 
Solche Bedingungen durfte Hamilton nicht eingehen; die Gouverneure 
wollten nichts nachlassen, die Verhandlungen wurden abgebrochen, und der 
Kampf begann von neuem. VI  
Um diese Zeit war der MonatJuli weit vorgerückt, und der Z11siandJ;IIZi,F,, 
der Stadt wurde mit jeder Stunde schrecklicher; die Zahl der Einwohner 3ZjFdvi;J, 
war mehr durch Hunger und Krankheit, als durch das Feuer des Feindes desto. 
gelichtet. Und doch war das Feuer schärfer und anhaltender als je. Eins 
der Thore wurde eingeschossen, eine der Basiionen zertrümmert; aber die 
am Tage gemachten Brefchen wurden Nachts mit unermüdlicher Thätigkeit 
wieder ansgebessert. Noch immer wurde jeder Angriff znrückgefchlagen. 
Aber die wafsenfähigen Leute der Besatzung waren dergestalt erschöpft, 
dass sie sich kaum noch auf den Beinen halten konnten. Manche fielen 
in dem Augenblicke, wo sie einen Streich gegen den Feind führten, aus, 
reiner Schwäche zu Boden. Ein sehr kleiner Vorrath von Korn war 
noch übrig nnd wurde in ganz geringen Quantitäten ausgetheilt. Der 
Vorrath von gesalzenen Häuten war noch ansehnlich, und durch Nagen an 
denselben slillte die BesaHung den wüthendsten Hunger. Hunde, ge1nästet 
mit dem Blute der Erschlagenen, welche nnbegraben in der ganzen Stadt 
umher lagen, waren Leckerbissen, die nur wenige erschwingen konnten. Die 
Bfote eines jungen Hundes kostete fünf und einen halben Schilling. VII 
Neun Pferde waren noch am Leben, aber auch nur noch am Leben. Sie 
waren so mager, dass man nicht darauf rechnen. konnte, viel Fleisch an 
ihnen zu finden. Es wurde indessen doch beschlossen, sie zu schlachten und 
zu essen. Die Leute ßarben so schnell, dass die Ueberlebeuden nicht im 
Stande waren, sie mit den üblichen,Gebtäuchen zu begraben. Es gab 
fast keinen Keller, in welchem nicht ein Leichnam verwes1e. So groß war 
die Noth, dass die Ratten, welche sich in diesen entseHlichen Höhlen gütlich 
thun wollten, eifrig erlegt und gierig verschlungen wurden. Ein kleiner 
Fisch, der im Flusse gefangen wurde, war für Geld nicht feil. Der einzige 
Preis, für welchen solch ein Schatz zu erhalten war, waren einige Hände 
voll Hafermehl. AussaHkrankheiten, wie eine ungewohnte nnd ungesunde 
Lebensweise sie erzeugt, machten das Dasein zu einer fortwährenden Qual. 
Die ganze Stadt war durch den Gestank, der aus den todten und halb: 
todten Körpern aufstieg, vergistet. Dass unter Leuten, die solch ein Elend 
zu ertragen hatten, Anfalle von MissVergnügen und Jnsubordination 
vorkamen, war unvermeidlich. Einmal argwohnte man, Walker habe ir: 
VI Mackenzie. 
HJ Nach unserm 
1 
Gelde etwa 
Thaler 20 Groschen. 
Anat. d. 
12 
Uebers.
        

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