Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-202592
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-203602
78 
Geschichte von England, 
Capitel Stewart hatte das heftige und bittere Manifefi Argyleis abgefasst. Als 
..L.die Jndulgenzerklärung erschien, sah Stewart, dass er Gelegenheit hatte, 
DR. sich nicht nur Begnadignng, sondern auch eine Belohnung zu verschaffen. 
Er bot der Regierung, deren Feind er gewesen war, seine Dienste an; sie 
wurden angenommen, und er richtete einen, wie er sagte, in Jacob7s Auf: 
trage geschriebenen Brief an Fagel. Jn diesem Vriefe wurde der Penfios 
när ermahnt, allen seinen EinfluH bei dein Prinzen und der Prinzessin 
aufzubieten, um sie zu bewegen, die Politik ihres Vaters zu unterstützen. 
Nach einigem Zögern übersandte sFagel eine tief durchdachte, mit ausge: 
zeichneter Geschicklichkeit abgefasste Antwort. Es kann Keinem, der dieses 
merkwürdige Schriststüc genau betrachtet, entgehen, dass dasselbe, obwohl 
in einer Weise abgefafst, die gut berechnet war, englischen Protestanten 
Beruhigung und Freude zu gewähren, doch nicht ein Wort enthält, welches 
selbst im Batican Anstoß erregen konnte. Es wurde in demselben erklärt, 
dass Wilhelm und Marie mit Vergnügen zur Abfchaffung aller Gesetze 
behülflich sein wollten, kraft welcher irgend ein Engländer seiner religiösen 
Meinungen wegen zur Strafe gezogen werden könnte. Aber zwischen Strafen 
und Rechtsunfähigkeiten wurde ein Unterschied gemacht. Katholiken zu 
öffentlichen Aemtern zuzulassen, würde, nach der Ansicht ihrer Hoheiten, 
weder dem Jnteresse Englands, noch dem Jnteresse der Katholiken selbst 
gemäß sein. Dies Manifest wurde in mehrere Sprachen überseht und auf 
dem Continente weit verbreitet. Von der englischen UeberseHung, einer 
sorgfältigen Arbeit Vurnet7s, wurden beinahe funfzigtausend Exen1plare in 
die östliehen Grafschaften eingeführt und reißend schnell über das ganze 
Königreich verbreitet. Nie hat eine politische Schrift einen vollständigeren 
Erfolg gehabt. Die Proteßanten unserer Insel zollten der männlichen 
Fesiigkeit, mit welcher Wilhelm erklärte, daß. er sich nicht dazu verstehen 
könne, Papiften irgend einen 72lntheil an der Regierung anzuvertrauen, 
lauten Beifall. Die katholischen Fürsten dagegen freuten sich über die 
n1ilde und ge1näßigte Sprache, in welcher dieser Entschluss ausgesprochen 
war, und über die Hoffnung, welche er gab, dass unter seiner Regierung 
kein Mitglied ihrer Kirche des Glaubens wegen belästigt werden würde. 
sF,i;el83js Es ist wahrscheinlich, dass der Papst selbst zu denen gehörte, welche 
s.:ksdtR;afk diesen berühmten Brief mit Vergnügen lasen. Einige Monate vorher hatte 
M7 M er Castel1uaine auf eine Weise entlassen, welche wenig Rücksicht für die Ge: 
fühle des Gebieters desselben zeigte. Die ganze innere und äußere Politik 
der englischen Regierung misssiel Jnnocenz durc7aus. Er sah, daH die uns 
gerechten und unpolitischen Maaßregeln der jesuitischen Cabal weit wahr: 
scheinlicher eine Verewigung der StrafgeseHe, als eine Abschaffung des 
Testeides zur Folge haben würden. Sein Streit mit dem Hofe von Ver: 
sailIes wurde täglich ernstlicher, und er konnte weder in seiner Eigenschaft 
als weltlicher Fürst, noch in seiner Eigenschaft als Papst für einen Vasallen 
dieses Hofes aufrichtige Freundschaft empfinden. Castelmaine war schlecht
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.