Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-202592
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-203204
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Voll 
Geschichte 
England, 
Capitel mein geglaubt, dass er sich den königlichen Wünschen bereitwillig fügen 
Ws würde; denn er war gleichgültig gegen Religion, liebte sehr Vergnügen 
W7s und Aufwand, hatte kein Privatvern1ögen, seine Stellen brachten ihm 
4000 Pfund jährlich ein und er war lange zu den ergebensten persönli: 
chcn Anhängern Jacobis gezählt worden. Als indessen der Contread1niral 
,,closettirtti und angegangen wurde, zu versprechen, dass er für die Abschaf: 
sung der Tesiacte stinunen wolle, antwortete er, dass seine Ehre und sein 
Gewissen ihu1 nicht erlaubten, irgend ein derartiges Versprechen zu erthei: 
len. ,,Niemaud zweifelt an Eurer Ehre,lt sagte der König, ,,aber in Mann, 
der so lebt, wie Jhr, sollte nicht von seinem Gewissen sprerhen.E Auf die: 
sen Vorwurf, der den Liebhaber Catharine Sedleh7s sehr schlecht kleidete, 
erwiderte sHerbert 1nuthig: ,,Jch habe meine Fehler, Sire, aber ich könnte 
Leute nennen, die viel mehr von Gewissen reden, als ich zu thun pflege, 
und doch ein eben so lockeres Lebend führen, wie ich.U Er wurde aus als 
len seinen Stellen entlassen, und die Rechnung seiner Ausgaben und Ein: 
nahmen als Kämmerer wurde mit großer und, wie er klagte, ungerechter 
Strenge geprüft H. 
Es war jetzt offenbar, dass alle Hoffnung auf ein Bündniss zwischen 
der englischen und der römischen Kirche, zu dem Zwecke, die Aemter und Ein: 
künfte zu theilen und die vuritanischen Secten zu vernichten, aufgegeben 
werden 1uusste. Es blieb nichts übrig, als eine Verbindung zwischen der 
römischen Kirche und den puritanischen Secten gegen die englische Kirche 
zu versuchen. 
Am achtzehnten März benachrichtigte der König den geheimen Rath, 
er habe beschlossen, das Parlament bis Ende November zu prorogiren, und 
aus eigener MachtvolIkommenheit allen seinZn Unterthanen Gewissenssreis 
heit zu gewähren XVI. Am vierten April erschieudie denkwürdigeJndulgenzs 
erklärUng. 
 In dieser Erklärung gestand der König, es sei sein eifriger Wunsch, 
seine Unterthanen als Mitglieder der Kirche zu sehen, zu welcher er selbst. 
gehöre, da dies aber nicht,gesohehen könne. so kündigte er seine Absicht an, 
sie in der freien Ausübung ihrer Religion zu schützen. Er wiederholte alle 
die Redensarten, welche ihm acht Jahre zuvor, als er selbst ein Unter: 
drückter war, geläufig geweseniwaren, die er aber von dem Tage an, wo 
ein Schicksalswechsel es in seine Macht gelegt hatte, ein Unterdrücker zu 
werden, aufgehört hatte, zu gebrauchen. Er sei, sagte er, seit lange über, 
zeugt, dass das Gewissen keinen Zwang dulde, dass Verfolgung uugünstig 
auf Bevölkerung und Handel wirke, nnd dass sie niemals die von den Ver: 
II Bari1Ilvn, 14x;4 März 1687. Ladp Russel an Dr. Fixzwillkam, 1. Apr.z 
Bumet, 1. 671, 672. Etwas anders wird die Unterredung erzählt in Clarke.sZ 
Leben JgIcob7s II., 204. Aber diese Stelle ist nicht aus den eigenen Denkwürdigs 
seiten des Königs genommen. U 
VII Londvner Zeitung, 2l. Mars 1687,.
        

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