Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-202592
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-205794
unter 
Zweifen. 
dem 
Jakob 
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Schiffe geseht hatte, abzusehen, und seinem Admiral zu verbieten, seinen Capitel 
Feinden eine Schlacht zu liefern, war sicherlich nichts Geringeres, als Ein:  
pörung. Dennoch redeten sich viele ehrenwerthe und verständige Tories . 
aus Fil1neris Schule ein, dass sie Alles dies thun könnten, ohne sich jder Sünde 
des Widerstandes gegen ihren Souverän schuldig zu machen. Der Unter: 
schied, den sie machten, war wenigstens sinnreich. Die Regierung, sagten 
sie, ist eine Anordnung Gottes. Die erbliche mouarchische Regierung ist ganz 
besonders eine Arordnung Gottes. So lange der König befiehlt, was erlaubt 
ist, müssen wir ihm activ gehorehen. Wenn er befiehlt, was uuerlaubt ist, 
müssen wir ihm passiv gehorchen. Auch im äußersten Nothfalie dürfen 
wir ihm nicht gewaltsamen Widerstand leisten. Wenn er es aber für gut 
findet, auf sein Amt zu verzichten, so sind seine Rechte über uns zu Ende. 
So lange er über uns regiert, und wenn er auch s6hlecht regiert, sind wir 
verbunden, uns zu unterwerfen, wenn er aber gar nicht mehr über uns 
regieren will, so sind wir nicht verbunden, immer ohne Regierung zu blei: 
ben. Gesetzlosigkeit ist keine Anordnung Gottes, und wenn ein Fürst, 
dem wir, ungeachtet der größten Veranlassungen zur Unzufriedenheit, nie 
aufgehört haben, Achtung und Gehorsam zu beweisen, davon geht, ohne 
dass wir wissen wohin und ohne einen Stellvertreter zurückznlassen, so 
wird Gott es uns nicht als Sünde anrechnen, wenn wir alsdann den einzigen 
Weg einschlagen, welcher der gänzlichen Auflösung der Gesellschaft vorbeu: 
gen kann. Wäre unser Souverän in unserer Mitte geblieben, so wären 
wir, so wenig er auch unsere Liebe verdiente, bereit gewesen, zu seinen Fu: 
ßen zu sterben. Hätte er, als er uns verließ, eine Regentsehast eingesetzt, 
um uns mit stelIvertretender Gewalt während feiner Abwesenheit zu regte: 
ten, so würden wir allein von dieser Regentschaft Verhaltungsbefehle er: 
wartet haben. Aber er ist verschwunden, ohne Vorkehrungen für die Er: 
haltung der Ordnung oder die Verwaltung der Justiz getroffen zu haben. 
Mit ihm und seinem großen Siegel ist die ganze Maschinerie verschwun: 
den, durch welche ein Mörder bestraft, über das Anrecht auf ein Gut ent: 
schieden, die Masse eines Faiiissements vertheilt werden kann. Seine leHte 
Regieruugshandlung ist die gewesen, dass er Tausende von Bewaffneten der 
Fesseln militärischer Zucht entledigt und sie in eine Lage gebracht hat, wo 
sie entweder rauben, oder Hungers sterben müssen. Noch wenige Stunden 
und Jedermann wird die Hand gegen seinen Näthsten erheben. Leben, Ei: 
genthum, weibliche Ehre werden in der Gewalt jedes geseizlosen Geistes 
sein. Wir befinden uns in diesem Augenblick thatsächlich in jenem Natur: 
zustande, über wel6hen Theoretiker soviel geschrieben haben, und in diesen  
Zustand sind wir nicht durch eigene Schuld gekommen, sondern durch frei: 
willigen Rücktritt deHen, der unser Beschüher hätte fein sollen. Sein Rück: 
tritt darf mit Recht ein freiwilliger genannt werden, denn weder fein Les 
ben noch seine Freiheit war gefährdet. Seine Feinde hatten sich so eben 
bereit erklärt, auf einer von ihm selbst vorgeschlagenen Basis mit ihm zu
        

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